Aachen - Centre Charlemagne zeigt imposante Schau über Krönungen in Bratislava

Centre Charlemagne zeigt imposante Schau über Krönungen in Bratislava

Von: Kathrin Albrecht
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Glanzvolle Erinnerungen aus der Krönungsstadt Bratislava: Jana Luková (links) und Zuzana Francová (rechts) zeigen mit Frank Pohle und Myriam Kroll vom Centre Charlemagne viele Meisterwerke rund um die Inthronisierungsfeierlichkeiten der ungarischen Könige. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Zum 1. Juli 2016 übernimmt die Slowakische Republik für sechs Monate die EU-Ratspräsidentschaft. Das Centre Charlemagne nimmt dies zum Anlass, eine der glanzvollsten Epochen in der Geschichte des Landes zu beleuchten. Denn wie Aachen war Bratislava (deutsch Pressburg) Krönungsstadt – hier wurden bis 1830 die ungarischen Könige gekrönt.

Unter dem Titel „Königsglanz und Gloria“ zeigt die Schau prominente Parallelen und Unterschiede der beiden Krönungsstädte auf. 1526, nach dem Zerfall des Königreichs Ungarn, wurde Pressburg zur Hauptstadt erklärt und zur Landtags-, Residenz- und Krönungsstadt des Königlichen Ungarns bestimmt, das nun Teil des Habsburgerreiches wurde.

1563 wurde der erste ungarische König, Erzherzog Maximilian von Österreich, in Pressburg gekrönt. Der spätere Kaiser des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation war es übrigens auch, der sich ein Jahr zuvor in Frankfurt, und nicht in Aachen, zum römisch-deutschen König wählen ließ.

18 ungarische Könige und Königinnen wurden in drei Jahrhunderten in Bratislava gekrönt. „Historiker sprechen auch von einem goldenen Zeitalter“, erklärte Zuzana Francová, Kuratorin des Museums der Stadt Bratislava.

Das Centre Charlemagne arbeitete für die Ausstellung neben dem Museum der Stadt Bratislava auch mit der Galerie der Stadt zusammen. Über 100 Exponate, darunter Ölgemälde, Krönungsmedaillen sowie andere kunstgewerbliche Erinnerungsstücke – wie zwei handgemalte Spielkartensets mit Herrscher-Porträts oder eine Kommodenuhr mit einem Aquarell des letzten ungarischen Königs Ferdinand V. auf dem Krönungshügel – sind zu sehen. Anschaulich erzählen sie von den Besonderheiten der Krönungsfeierlichkeiten. Dazu gehören Schießscheiben, die meist das Porträt des Königs tragen und zum Anlass der Krönung angefertigt wurden.

„Es war üblich, dass im Rahmen der Feierlichkeiten auch ein Schießwettbewerb durchgeführt wurde“, erläuterte Zuzana Francová. Eine dreidimensionale Darstellung lässt Besucher die Stationen der Krönungszeremonie nachvollziehen.

Im letzten Teil arbeitet die Schau Parallelen zur Krönungstradition heraus: „Dass ein Ochse gegrillt wurde, gab es in Pressburg auch“, berichtete Frank Pohle, Leiter der Route Charlemagne. Auch der Umzug durch die Stadt sei eine Gemeinsamkeit. Verbunden seien die beiden Städte außerdem durch die Wallfahrten der Ungarn, Slowaken, Slowenen und Kroaten zur Heiligtumsfahrt nach Aachen. Steinernes Zeugnis dieser Verbindung ist die Ungarnkapelle am Aachener Dom.

Ein letztes Kapitel der Ausstellung befasst sich mit der Frage nach den Kosten. Fünf Meter umfasst eine Rechnung, die auflistet, was die Stadt Aachen für eine Krönung ausgegeben hat. „Das hätte einen Handwerksmeister 17 Jahre lang ernährt“, kommentierte Pohle. Der wirtschaftliche Nutzen hielt sich dagegen in Grenzen: „Man hatte das Ohr des Herrschers. Ansonsten waren die Krönungen eine Prestigeangelegenheit. Das dürfte auch in Bratislava so gewesen sein.“

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