Centre Charlemagne zeigt Ausstellung über Schmuggel

Von: svp
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Bieten Einblick in die Zollgeschichte: Kuratorin Myriam Kroll und Dr. Thomas Müller vom Centre Charlemagne. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Wenn Werner Haßelhuhn über „damals“ spricht, erzählt der ehemalige Zöllnersohn, dass er für fünf Pfennige „Bestechungsgeld“ gerne einmal ein Auge zugedrückt habe. Damals, das war in den 40er und 50er Jahren, als Aachen Drehkreuz für Drogen, Waffen und Plagiate war.

Denn der Aachener Grenzraum ist spätestens seit dem 19. Jahrhundert ein Dorado der kleinen und großen Schmuggler. Die neue Ausstellung „Mokka Türc & Marihuana – Schmuggel an der Aachener Grenze“ im Centre Charlemagne (5. Dezember bis 20. März) beleuchtet den Schmuggel und illegalen Handel von Beginn der 40er Jahre bis zur Gegenwart.

„Die Besucher erwarten Berichte von Zeitzeugen und sie erfahren, wie damals der Schwarzhandel organisiert war. Die Lage der Stadt spielt dabei natürlich eine besonders große Rolle“, erzählt Kuratorin Myriam Kroll. So erfährt man beispielsweise, dass sich das Zollamt Köpfchen zu einem der größten Übergänge an der Westgrenze entwickelte.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg waren Schwarzmärkte und Hamsterfahrten Bestandteile des alltäglichen Überlebenskampfes. Insbesondere Kaffee aus Belgien war äußerst begehrt. Gerade nach Kriegsende stand der Zoll den immer größer werdenden Schmugglerbanden, die teilweise bis zu 300 Personen stark waren, machtlos gegenüber. Neben Kaffee wurden auch Drogen und Plagiate, wie mangelhafte Autoersatzteile über die Grenzen geschafft.

Heute ist das Thema der Grenzöffnung besonders aktuell, wie Kroll ergänzt: „Die aktuelle politische Lage rückt die Frage der Grenzöffnung und der Kontrolle besonders in den Fokus. Die Entwicklungen auf diesem Sektor waren für uns als Organisatoren der Ausstellung eine besondere Herausforderung, auf die wir ebenfalls eingehen.“

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