Centre Charlemagne: Kunst macht die neue Heimat fühlbarer

Von: Sina Stieding
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Zeigen am morgigen Samstag die Ergebnisse des Ferienworkshops im Centre Charlemagne: Die Künstlerinnen Vera und Ana Sous (sitzend 4. von rechts und 4. von links) mit den jungen Teilnehmern. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Unter dem Titel „Alte und neue Stadtgeschichten“ verwandelte sich das Centre Charlemagne am Katschhof in den Herbstferien zu einem Anlaufpunkt, an dem jugendliche Flüchtlinge mittels Kunst und Geschichte ihre neue Heimat kennenlernen können.

Unter der kreativen Leitung der Aachener Integrationspreisträgerin Vera Sous und ihrer Tochter Ana Sous kamen Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Burtscheid zusammen, um gemeinsam geschichtliche Sehenswürdigkeiten zu besuchen, zu basteln und Geschichten auszutauschen. Im Rahmen des Bundesprogramms „Kultur macht stark“ wird so auch die kulturelle Bildung der neuen Bürger gefördert und ein besonderer Akzent auf den Aspekt der Integration gesetzt.

Ein hervorragender Blickfang sind zum Beispiel die gebastelten Kästen, in denen jeder Teilnehmer die Stadtgeschichte frei interpretieren durfte. Dazu wurden in Pappkartons Szenen durch Zeichnungen, Skulpturen und Texte umgesetzt, die das Zusammentreffen der Kulturen illustrieren. Ein Teilnehmer malte etwa Aachener Stadtszenen vor der Moschee in seiner Heimatstadt Kabul.

„Wir hoffen, dass die Jugendlichen auf diesem Weg einen Platz in diesem neuen Ort finden“, erklärt Vera Sous ihre Inspiration für das Projekt. Dass dazu besonders auch kulturelle Bildung einen Stellenwert bei der Integration hat, freut Gabriele Roentgen vom Bildungsbüro der Städteregion besonders. Sprachbarrieren wie im Alltag gebe es bei der künstlerischen Kommunikation nämlich nicht.

Neben den kreativen Angeboten gefällt den jugendlichen Teilnehmern besonders die Gemeinschaft. „Alles was wir tun, tun wir gemeinsam“, erklärt Ana Sous. Die teils unbegleiteten Flüchtlinge haben so in Aachen eine „neue Familie“ gefunden und beschreiben Vera und Ana Sous sogar oft als „Mutter“ und „beste Freundin“. In diesem Workshop ist also mehr entstanden als „nur“ ein Kunstwerk.

Der 14-jährige Robin Hannan aus Aleppo nimmt vor allem teil, um sein Deutsch zu verbessern und Freunde zu finden. „Hier gibt es keine Religion oder Hautfarbe“, erzählt der 18-jährige Homa Yon über den Workshop, in dem er sich so wohl fühlt. Obwohl der Großteil der Teilnehmer Muslime sind, freuten sie sich auf den Besuch der katholischen Kulturstätten wie dem Dom. Aus diesen Erlebnissen heraus wurden dann Vergleiche zwischen allen Religionen gezogen.

Bevor es am Montag wieder zur Schule geht, freuen sich nun alle Beteiligten, den Aachenern ihre Arbeit zu präsentieren (siehe Zusatzinfo). Besucher können sich auf Dialoge mit den Jugendlichen freuen, die planen, ein offenes „Gespräch“ mit der gebastelten Karlsfigur zu moderieren.

Yon, der musikalisches Talent besitzt, wird außerdem seine Eigenkompositionen präsentieren, die in afghanischer Landessprache über Krieg und Frieden in der Welt vorgetragen werden. Bürger, die Integration aus nächster Nähe erleben wollen, dürfen deshalb am Samstag nicht fehlen. Die Jugendlichen freuen sich auf zahlreiche Besucher.

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