Aachen - Centre Charlemagne: Gänsefedern machen Historie begreifbar

Centre Charlemagne: Gänsefedern machen Historie begreifbar

Von: Svenja Pesch
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Blick ins Centre Charlemagne: Pia Güntner (rechts) von Kulturbetrieb erklärte den Familien die Bedeutung Kaerls des Großen für die Stadtgeschichte. Foto: Andreas Herrmann
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Nutzten den Familiensonntag: Eveline und Sebastian Brand mit ihren Kindern Kristoph und Katarina. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Da steht er, der bedeutende Herrscher. Mit großen Augen schauen die Geschwister Kristoph und Katarina Brand auf die Kaiser Karls-Statue in Aachens Stadtmuseum, dem Center Charlemagne. Doch irgendetwas stimmt da nicht. Was genau, erklärt ihnen Museumsführerin Pia Güntner bei dem zum ersten Mal stattfindenden Familiensonntag.

„Kaiser Karl ist hier in eine Ritterrüstung gekleidet. Aber zu seinen Lebzeiten gab es noch gar keine Ritter. Da die Figur jedoch 100 Jahre nach seinem Tod gemacht worden ist, zeigt sie ihn der damaligen Zeit entsprechend als Ritter.“ Dass Karl selbst kein Ritter war, bedauern Kristoph und Katarina schon ein wenig, immerhin sind sie echte Fans von den metallenen Panzern und der dazugehörigen Epoche.

Aber schon eine Station weiter sind die Beiden wieder mit voller Begeisterung dabei. Schließlich sehen hier sie so etwas wie das Wohnzimmer des mächtigen Herrschers. Die Nachbildung der Pfalz Kaiser Karls macht schon einen recht herrschaftlichen Eindruck, und auch die Erwachsenen erfahren zum Teil ganz neue Dinge über die Bauart und das Vorgehen.

„Wir wohnen erst seit zwei Jahren in Aachen und kennen die Stadt noch nicht so gut. Ein Besuch im Stadtmuseum bietet sich deshalb natürlich an. Und da sich der Familiensonntag interessant anhörte, haben wir uns dazu entschlossen, mit der ganzen Familie mal einen genaueren Blick auf die Geschichte der Kaiserstadt zu werfen“, erzählt Eveline Brand.

Doch da eine historische Führung und das damit verbundene Zuhören auch ganz schön anstrengend sein können, bietet das Werkstattprogramm nicht nur eine Abwechslung, sondern gleichzeitig auch eine Vertiefung der eben gehörten Inhalte. Neben Stabpuppen, Münzen und Geldsäcken, ist vor allem das Schreiben mit einer echten Gänsefeder bei den kleinen Museumsbesuchern beliebt.

Ein ruhige Hand ist nötig

Dass das jedoch gar nicht so einfach ist, merken die Teilnehmer schnell. Denn was auf dem Papier so geschwungen und wie gemalt aussieht, benötigt in der Praxis eine ruhige und geduldige Hand. Marleen Kisiel erklärt aber alles ganz genau. „Die karolingische Minuskel sieht schön aus, aber ist wirklich nicht einfach. Denn anders als mit einem Füller, lässt sich mit einer Gänsefeder nicht in einem durchschreiben. Sobald die Buchstaben dünner und schmaler werden, muss man die Feder ins Tintenfass tunken und erneut ansetzen. So erklärt sich auch das Schriftbild mit seinen unterschiedlich dicken Buchstaben.“

Aber egal, ob die eigene karolingische Minuskel nun mit der zur Zeit Karls des Großen mithalten kann oder nicht, der Spaß und das Entdecken stehen beim ersten Familiensonntag klar im Vordergrund. Und das Konzept kommt sowohl bei den Erwachsenen, als auch bei den Kindern sichtlich gut an, denn schon am frühen Vormittag finden sich viele neugierige Besucher ein, die sich auf eine Reise in die Vergangenheit und die damit verbundene Stadtgeschichte begeben.

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