Aachen - CDU und Grüne nehmen Stellung zur Machbarkeitsstudie für den Preuswald

CDU und Grüne nehmen Stellung zur Machbarkeitsstudie für den Preuswald

Von: Oliver Schmetz
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Problematisches Viertel in prÀ
Problematisches Viertel in prächtiger Lage: Jetzt liegt eine Machbarkeitsstudie vor, die Vorschläge macht, wie der Niedergang des Preuswalds gestoppt werden könnte. Foto: Harald Krömer

Aachen. Ein früher schickes Wohnviertel im Grünen verkommt mehr und mehr, und Politik und Verwaltung tun nichts, um den Niedergang zu stoppen - diese Kritik äußert die Bürgerinitiative Preuswald seit langem.

Am Donnerstag trat Schwarz-Grün an, den Vorwurf zu entkräften: Zu der vom Dortmunder Büro Post + Welters erstellten Machbarkeitsstudie für die Entwicklung der Siedlung formulierten Maike Schlick (CDU) und Michael Rau (Grüne) die Standpunkte der Ratsmehrheit. Doch auf eine schnelle Besserung sollten die 2000 Menschen, die im Viertel leben, nicht unbedingt hoffen. Dass Politik und Verwaltung nicht alle „Werkzeuge” besäßen, um die Schäden im Preuswald zu reparieren, betonten CDU und Grüne mehrfach. Denn, so Rau: „Ohne die Annington ist dort alles nur Makulatur.”

Der Wohnungsgesellschaft Deutsche Annington gehören im Preuswald 625 von 813 Wohneinheiten - und sie wird von vielen als Hauptverantwortliche für den Niedergang bezeichnet. Ein Investitionsstau in teils maroden Wohnungen, in denen hauptsächlich Hartz-IV-Bezieher leben, überhöhte Nebenkosten und weitgehendes Desinteresse an städtebaulichen Fragen werden dem Unternehmen attestiert - und das nicht nur von der Bürgerinitiative. Als „schwierigen Partner” bezeichnet auch Rau die Annington: „Da zählt nur die Rendite und sonst gar nichts.”

Das Argument der Initiative, die Stadt müsse - da sie ja einen Teil der überhöhten Miet- und Nebenkosten für marode Wohnungen zahle - Druck auf die Annington ausüben, wies Schlick teils zurück. „Als Kommune allein haben wir kein Werkzeug, dagegen vorzugehen”, sagte sie. Aber man strebe in der Städteregion über das Jobcenter eine Deckelung der enorm hohen Nebenkosten an - was allerdings erst bei Neuvermietungen zum Tragen kommen könne.

Um Fortschritte zu erreichen, wolle man eine Partnerschaftsvereinbarung mit der Annington abschließen, erklärten Schlick und Rau. Denn ohne eine Bereitschaft der Gesellschaft, in die Substanz der Siedlung zu investieren, seien auch alle anderen Maßnahmen nur eingeschränkt wirksam. Genau diese Bereitschaft unterstrich am Donnerstag Annington-Sprecherin Katja Weisker: „Seit Übernahme der Wohnungen haben wir dort drei Millionen Euro investiert”, sagte sie. Außerdem arbeite man daran, die Nebenkosten zu senken - „wir verdienen da nichts dran” -, und sei „immer gesprächsbereit”. Welchen Wert eine Partnerschaftsvereinbarung hat, wenn sie denn kommt, ist indes ungewiss. Schon 2008 wurde eine ähnliche Kooperation zwischen Stadt und Annington getroffen - ohne bislang erkennbare positive Auswirkungen.

Die Autoren der Machbarkeitsstudie schlagen außerdem eine Reihe von Maßnahmen vor, die CDU und Grüne begrüßen. So soll die Infrastruktur durch die Ansiedlung eines Discounters verbessert werden. Ein solcher hat bereits Interesse bekundet, allerdings nicht für das weitgehend verwaiste Ladenzentrum im Viertel, sondern für die Parkplatzfläche des Kletterwaldes an der Lütticher Straße. Mit der Annington will man derweil über eine Neuentwicklung auf den Flächen des Ladenzentrums und des ehemaligen Altenheims verhandeln, zugleich soll geprüft werden, ob es bebaubare Erweiterungsflächen gibt. Dahinter steckt die Idee, neue Menschen in Viertel zu holen, um die Sozialstruktur zu verbessern.

Und neben einer Kurzfristig realisierbaren Verbesserung der Pflege öffentlicher (Grün-)Flächen will man auch öffentliche Institutionen, nämlich Grundschule und Kita stärken. Für Letztere befürwortet Schwarz-Grün einen Neubau neben der Schule. Rau: „Das wäre dann auch ein deutliches Zeichen der Stadt, dass für den Preuswald etwas getan wird.”
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