Aachen - CDU: Ulla Thönnissen will den Blick nach vorn richten

CDU: Ulla Thönnissen will den Blick nach vorn richten

Von: Albrecht Peltzer
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„Wir können ja nicht so tun, als ob nichts geschehen wäre“, sagt CDU-Kreisvorsitzende Ulla Thönnissen. Archivfoto: Harald Krömer

Aachen. Als der Termin festgelegt wurde, da war die Welt für Aachens Christdemokraten noch in Ordnung. Ende vergangenen Jahres wurde beschlossen, am Freitag einen Parteitag abzuhalten.

Mit so spannenden Themen wie „Wahl von drei Vertretern und Ersatzvertretern zur Landesvertreterversammlung“. Oder: „Wahl von acht Delegierten zur Vollversammlung der Europäischen Volkspartei Maas-Rhein“.

Die Zeiten haben sich bekanntlich geändert für die CDU. Der wochenlange Knatsch innerhalb der Ratsfraktion, die Abwahl Harald Baals als Fraktionschef, der (noch) nicht gekittete Riss quer durch die Fraktion haben ihre Spuren hinterlassen. Und so wichtig die Wahl von Delegierten zu irgendwelchen Gremien auf Landes- oder Europaebene sein mag – interessieren tut das am Freitag eher am Rand. Und auch die Rede von Europaabgeordneter Sabine Verheyen und der unter Tagesordnungspunkt 10 vorgesehene „Zwischenruf unseres Bundestagsabgeordneten Rudolf Henke“ drohen ins Abseits des allgemeinen Interesses zu geraten.

„Wir können ja nicht so tun, als ob nichts geschehen wäre“, sagt CDU-Kreisvorsitzende Ulla Thönnissen. Daher wird sie zum Auftakt des  Parteitags (18 Uhr, Agit, Dennewartstraße 25, Gäste willkommen) die fraktionsinternen Querelen thematisieren. Mit ihren Bemühungen, den Zwist zu schlichten, ist sie um Ostern herum gescheitert. Eine Kampfabstimmung zwischen den verfeindeten Lagern wollte sie verhindern, so schnell wie möglich Geschlossenheit herstellen. Vergeblich. „Das ging gar nicht, was wir uns als CDU da geleistet haben.“ Nachkarten, das betonte Ulla Thönnissen am Donnerstag, gelte aber nicht. Was nicht heißen solle, dass die Dinge unter den sprichwörtlichen Teppich gekehrt werden. Die parteiinterne Aufarbeitung müsse weiter gehen. Aber Ulla Thönnissen möchte auch den Blick nach vorne richten. „Wir müssen endlich wieder programmatisch arbeiten, nicht nur Personaldiskussionen führen.“ Schließlich steht in wenigen Wochen eine Wahl an, bei der die Aachener CDU erneut das Direktmandat gewinnen will. Und der nächste Urnengang ist nicht weit. Im Mai 2014 will die CDU wieder als stärkste Fraktion aus der Kommunalwahl herausgehen. Thönnissen weiß: Das braucht Einigkeit. Und auf die will sie mit ihrer Rede beim  Parteitag hinarbeiten. Spannend dürfte die Reaktion darauf sein. Auch wenn es die Tagesordnung nicht vorsieht: Eine Aussprache ist möglich. Werden die immer noch nicht geeinten Lager die Bühne nutzen? Ex-Fraktionsvorsitzender Harald Baal gibt sich diplomatisch: „Wenn ich das Gefühl habe, es entsteht eine Situation, in der ich etwas sagen muss, dann werde ich das auch tun.“

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