CDU über 40 Prozent: Ansonsten gibt‘s Saures

Von: Robert Esser
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Weniger Gezänk, mehr Qualität: CDU-Kreisverbandsvorsitzende Ulla Thönnissen, (v.r.) Wolfgang Königs, Gastredner Herbert Reul (Vorsitzender CDU/CSU-Gruppe im EU-Parlament) und Peter Tillmanns. Foto: Schmitter

Aachen. Wenn beim Fischessen am Aschermittwoch etwas sauer aufstößt, sollte es sich entweder um Sahnehering oder den politischen Gegner handeln. Bei der Aachener CDU – die am Fußballländerspielabend nur rund 60 Parteifreunde ins Brander Restaurant Königs locken konnte – blieben scharfzüngige Seitenhiebe allerdings trotz bevorstehender Kommunalwahl und Europawahl am 25. Mai Mangelware.

CDU-Kreisverbandsvorsitzende Ulla Thönnissen serviert zum traditionellen Karnevals-Kehraus ihr Harmonie-Rezept: „Wir brauchen kein kleinteiliges politisches Gezänk, wir brauchen mehr Qualität in der Diskussion“, fordert sie. Die CDU könne selbstbewusst auf die vergangenen fünf Jahre zurückschauen. „Der Campus wächst und gedeiht und ist inzwischen ein deutliches Zeichen für mehr Arbeitsplätze in der Wissenschaftsstadt Aachen“, stellt sie fest. „Gebaut wird auch am Kaiserplatz, im Gewerbegebiet Avantis und an vielen anderen Stellen.“

Aachen stehe mit seiner Wirtschafts- und Finanzkraft besser da als vergleichbare Städte, resümiert die CDU-Chefin. Oberbürgermeister Marcel Philipp und Städteregionsrat Helmut Etschenberg – beide schicken eine Videobotschaft von der Internationalen Tourismusbörse Berlin – seien Garanten für die positive Entwicklung der Region. Eine kleine Spitze kann sich Thönnissen dann aber doch nicht verkneifen: „Die SPD hat einen sehr langen Winterschlaf gehalten – nämlich über eine ganze Legislaturperiode hinweg.“

Wolfgang Königs (CDU Brand) kanzelt die rot-grüne Verbotspolitik in NRW ab. „Diese Volkserziehung macht die CDU nicht mit“, sagt er. Dann bringt er Parteifreund Peter Tillmanns nach 32 Jahren als Nachfolger für Bezirksbürgermeister Herbert Henn in Stellung. Tillmanns nimmt kein Blatt vor den Mund. Zum Bruch der schwarz-grünen Koalition im Stadtrat: „Wenn das Ergebnis ist, dass ein Gitarrenlehrer weiter Gitarre spielt und nicht einer der wichtigsten Dezernenten wird – dann ist das gut“, ordnet er den innerparteilichen Zwist um den neuen Schul- und Kulturdezernenten ein.

Genüsslich zieht Tillmanns über die peinlich-verzögerte OB-Kandidaten-Kür der SPD her und bemerkt zur grünen OB-Kandidatin Gisela Nacken: „Die Baudezernentin leidet offenbar an gravierender Selbstüberschätzung.“ Reihenweise Bäume im Stadtgebiet umzulegen, sei keine Empfehlung für den OB-Sessel. Die FDP hingegen dümpele im politischen Niemandsland dahin. „Da kommt gar nichts Konstruktives.“ Volksnah und authentisch sei eben nur die CDU, schwört er die Parteifreunde auf den Wahlkampf ein: „Wir haben gezeigt: Wir können das!“

Zu Wort kommen – Themenschwerpunkt Europa! – noch unionsnahe Gäste: Der belgische CSP-Regionalpräsident Luc Frank und der Heerlener CDA-Ratsherr Marco Peters regen – unter anderem – gemeinsame, grenzüberschreitende Stellenbörsen an. Dann tritt der prominente Gastredner des Abends, der Chef der CSU/CDU-Gruppe im EU-Parlament Herbert Reul, ans Mikrofon. Er gibt die Zielmarke zur Europawahl aus: „Über 40 Prozent sollten es schon sein.“ Sonst gibt‘s Saures.

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