CDU schickt Thönnissen und Laschet gestärkt ins Rennen

Von: Robert Esser
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Diese Christdemokraten sollen 2017 für den Düsseldorfer Landtag Mehrheiten holen: Armin Laschet und Ulla Thönnissen. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Zwei Tage nach seiner fulminanten Wiederwahl zum Chef der Landes-CDU (93,4 Prozent) hat die Aachener Union Armin Laschet ein weiteres Mal den Rücken auf dem Weg zum anvisierten Posten als nächster Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens gestärkt.

91 Prozent der Stimmberechtigten (41, vier Gegenstimmen) votierten für den Burtscheider, der im Landtagswahlkampf 2017 für den Wahlkreis Aachen II kandidiert. Die Aachener CDU-Chefin Ulla Thönnissen (Wahlkreis Aachen I) erhielt am Montagabend beim Parteitag in den Aachener Kurpark-Terrassen 79 Prozent der Stimmen (30, acht Gegenstimmen). Gegenkandidaten gab es nicht.

Laschet erinnerte daran, dass er 1989 seine politische Laufbahn als jüngstes Ratsmitglied in Burtscheid begonnen hat. Mittlerweile sind die Ziele deutlich höher gesteckt. Mit markigen Worten untermauerte Laschet den Führungsanspruch der CDU in NRW. Beispiel Tihange: Die CDU sei die erste Fraktion im Düsseldorfer Landtag gewesen, die eine Abschaltung gefordert habe.

„In der Energiepolitik braucht Europa mehr Macht“, forderte Laschet. Thema Innere Sicherheit: Beim Kampf gegen den Terrorismus gebe es nach wie vor keine europäische Gefährderdatei. Und NRW sei neben Bremen das einzige Land, in dem die Polizei nicht per Schleierfahndung verdachtsunabhängig Personen kontrollieren und damit Kriminelle ausfindig machen könne.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) spiele in Berlin überhaupt keine Rolle: Deswegen gingen Hunderte Millionen Euro für Infrastrukturbaumaßnahmen – also etwa Bahngleise, Straßen und Brücken – in andere Bundesländer verloren, kritisierte Laschet. Die Parteifreunde applaudierten kräftig.

Auch Thönnissens Rede wurde mehrfach von Zwischenapplaus unterbrochen – vor allem wenn sie Rot-Grün scharf angriff: „Deutschland wächst, nur nicht in Nordrhein-Westfalen“, sagte sie. „Da blockieren sich Rot-Grün oft selber. Unternehmen und allen, die etwas bewegen wollen, wird es durch eine völlig überzogene Bürokratie immer schwerer gemacht“, erklärte die CDU-Landtagsabgeordnete. Spätestens seit der Silvesternacht in Köln sei klar: „Diese Landesregierung ist eine sicherheitspolitische Katastrophe.“

Thönnissen erinnerte: „Wir haben hier die niedrigste Aufklärungsquote, sowohl bei Einbruchsdiebstählen als auch bei Gewaltdelikten.“ Gleichzeitig mache NRW immer höhere Schulden, versage zudem in Sachen Bildungspolitik bei der Inklusion. Die rot-grüne Bilanz lese sich „wie ein Protokoll des Versagens“. Man müsse „dem Spuk 2017 ein Ende machen“. Die Union in Aachen zeigte sich kampfeslustig und geschlossen.

Zur Landesvertreterversammlung, auf der die CDU am 26. November ihre Reserveliste aufstellt, entsendet die Aachener Union folgende Vertreter: Armin Laschet, Sabine Verheyen und Ulla Thönnissen sowie als Ersatz Holger Brantin, Rudolf Henke und Wolfgang Königs.

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