Aachen - CDU-Schatzmeister Arno Gerets wirft das Handtuch

CDU-Schatzmeister Arno Gerets wirft das Handtuch

Von: Robert Esser
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Aachen. Die Personalquerelen in der Aachener CDU-Ratsfraktion ziehen weitere Kreise – buchstäblich: Der Schatzmeister der Kreispartei, Arno Gerets, ist von seinem Amt zurückgetreten. Nachdem 16 CDU-Ratsleute ihren Fraktionschef Harald Baal abserviert hatten, und Maike Schlick als Nachfolgerin inthronisiert war, habe er keine andere Wahl gehabt, erklärte Gerets am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung. „In so einem Klima kann man nicht vertrauensvoll miteinander arbeiten, das geht nicht“, sagte er.

Schlick ist jetzt CDU-Ratsfraktionschefin und weiterhin Stellvertreterin der Kreisparteivorsitzenden Ulla Thönnissen. Da Thönnissen sich so vehement wie erfolglos für einen Kompromiss in der Personalie Baal eingesetzt hatte, gilt auch das Klima im Parteivorstand als äußerst belastet. Daraus zog Gerets nun die Konsequenzen. Der 69-jährige CDU-Politiker blickt auf eine lange Laufbahn in der Union zurück.

Das Amt des Schatzmeisters, für das die Kandidaten ohnehin nicht gerade Schlange stehen, hatte Gerets im November 2010 übernommen. Auch damals litten die Christdemokraten unter einer internen Personalkrise. Gerets Vorgänger Michael Mahr war damals nach monatelangen Auseinandersetzungen mit dem damaligen Aachener Parteichef und jetzigen NRW-Parteivorsitzenden Armin Laschet zurückgetreten. „Ich habe mich damals reaktivieren lassen, um zu helfen. Aber jetzt ist Schluss“, sagte Gerets. Der Schritt falle ihm nur deswegen schwer, weil er die Zusammenarbeit mit seiner Parteichefin Thönnissen sehr geschätzt habe.

Kostenträchtiger Wahlkampf

Thönnissen muss nun schnellstmöglich einen Nachfolger für ihren Schatzmeister finden. Bevor stehen der Bundestagswahlkampf und im kommenden Jahr Kommunalwahlen. In solch kostenträchtigen Zeiten ist eine solide Finanzplanung von entscheidender Bedeutung. Thönnissen erklärte dazu: „Arno Gerets hat hervorragende Arbeit geleistet, dafür sind wir dankbar. Der Jahresabschluss ist fertig, alles perfekt strukturiert. Ich gehe deswegen davon aus, dass unser Geschäftsführer Harro Mies problemlos für eine Übergangszeit übernehmen kann.“ Denn zum nächsten Kreisparteitag am 3. Mai kann wegen der vierwöchigen Ladungsfrist noch nicht über einen neuen Schatzmeister abgestimmt werden.

Einige Kandidaten, die Thönnissen nach eigenen Angaben bereits auf das vakante Amt angesprochen hat, haben zudem um einige Tage Bedenkzeit gebeten. „Ich bin aber sicher, dass wir schon bald einen geeigneten Nachfolger benennen und dann wählen können“, sagte die Parteichefin. Hauptaufgabe der kommenden Wochen sei es, die teils heftig zerstrittene Partei wieder zusammenzuführen, um den Fokus der Union endlich wieder auf Sachthemen zu lenken, hieß es.

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