Aachen - CDU geht mit breiter Brust ins „Schicksalsjahr 2009”

CDU geht mit breiter Brust ins „Schicksalsjahr 2009”

Von: Oliver Schmetz
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„Die Monate der Krise überbrücken”: Aachens CDU-Chef Armin Laschet. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Der Kapitalismus ist gescheitert - an solche Sätze muss man sich auf CDU-Veranstaltungen noch gewöhnen. Gut, streng genommen sagt Herbert Weißkirchen, der Vorsitzende der CDU-Mittelstandsvereinigung, dass Kapitalismus und Sozialismus gescheitert sind. Aber trotzdem.

Es ist „die Krise”, die solch eher ungewohnte Töne provoziert und auch den gestrigen gemeinsamen Neujahrsempfang der CDU-Mittelständler und der Aachener Christdemokraten prägt.

Kein Redner, der nicht das Desaster an den Finanzmärkten und den drohenden Einbruch der Weltwirtschaft anspricht. Und die Wortwahl ist moderat bis drastisch: Einen „etwas sorgenvollen Blick ins neue Jahr” wirft der Aachener CDU-Chef und NRW-Minister Armin Laschet, vom „Schicksalsjahr für Deutschland” spricht Weißkirchen.

Von Untergangsstimmung ist bei den Aachener Christdemokraten dennoch keine Spur. Mit den richtigen politischen Rezepten - so etwa dem von NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers angeregten „Deutschland-Fonds” - könne man „die Monate der Krise überbrücken”, so Laschet.

Auch „ein starkes Europa, das mit einer Stimme spricht”, sei notwendig, um die Herausforderungen zu meistern, fügt Sabine Verheyen hinzu, in der Aachener CDU die „Frau für Europa”. Und nicht zuletzt müsse man sich trotz aller Katastrophenmeldungen „Optimismus und Zuversicht” bewahren, wie Helmut Etschenberg, CDU-Kandidat für das Amt des Städteregionsrats, und Bundestagskandidat Rudolf Henke unisono bekräftigen. Zumal, so Henke, „gerade in solchen Zeiten die Menschen immer gut gefahren sind, wenn sie CDU gewählt haben”.

Da trifft es sich auch gut, dass 2009 nicht nur ein Krisen-, sondern auch ein Superwahljahr ist - und in das geht die hiesige CDU mit breiter Brust.

„Wir sind so stark wie nie, so einig wie nie”, gibt Marcel Philipp, der im Juni den Aachener OB-Thron erklimmen will, die Richtung vor für Kommunalwahl und Städteregionswahl, für Europa- und Bundestagswahl.

Und der Kapitalismus? Der ist natürlich auch nicht komplett gescheitert. Das gilt nur für die enthemmte, ungezügelte Abart, die die Wirtschaftswelt ins derzeitige Wanken gebracht hat. Und nicht für den Kapitalismus mit menschlichem Antlitz. Denn der steht im CDU-Programm, wird beim Neujahrsempfang vielfach beschworen und heißt - soziale Marktwirtschaft.
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