CDU auf den Spuren von Robin Hood

Von: Christoph Classen
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Aachen. Für einen kurzen Moment wollten die CDU-Vertreter im Verkehrsausschuss sie einfach spielen, die Rolle des Robin Hood, der sich für die Belange seiner Nächsten auch über das Gesetz stellt. „Wir haben beschlossen, die Ampel da zu lassen”, sagte Ernst-Rudolf Kühn (CDU).

Die Signalanlage, für deren Erhalt sich die CDU zunächst einsetzte, um später doch ihrer Abschaffung zuzustimmen, steht in der Soers, an der Kreuzung Merowinger Straße/Purweider Weg/Soerser Weg. Das Problem: Sie befindet sich in einer (später eingerichteten) Tempo-30-Zone. Und dort dürfen Ampeln nach gültiger Gesetzeslage nicht stehen.

„Landrecht” zieht nicht

Das hat auch das Soerser Forum, das sich für die Fußgängersicherheit an besagter Kreuzung einsetzt, verinnerlicht. Eigentlich ist die Bürgerinitiative mit der derzeitigen Regelung sehr zufrieden. Aber das Gesetz lässt nur eines zu: Ampel oder Tempo-30-Zone. Vergeblich warb Professor Hans-Karl Rouette in der Bürgerfragestunde für die bisherige Situation, die auf „Aachener Landrecht” basiere.

Am Ende blieb der Bürgerinitiative nur, zähneknirschend den Abbau der Ampel zu fordern. Die Tempo-30-Zone wollte sie nämlich unbedingt beibehalten. Daneben möchte das Soerser Forum weitere Maßnahmen zum Fußgängerschutz - und damit befand man sich auf einer Linie mit den Politikern. Einstimmig wurde beschlossen, an der Kreuzung in der Soers eine Rechts-vor-Links-Vorfahrtregelung einzuführen. Eine Aufpflasterung des Kreuzungsbereichs soll zudem Raser bremsen.

„Berliner Kissen” kommen

Daneben soll die Verwaltung prüfen, ob eine Verbreiterung des Fußgängerwegs am Purweider Weg möglich ist. Die Einmündung des Soerser Wegs auf die Krefelder Straße soll auf eine Rechtsabbiegespur reduziert, der Einfahrtsbereich zurückgebaut werden, um sieben Parkstände anzulegen. Bereits beschlossen hatten die Bezirksvertretungen Mitte und Laurensberg Bodenschwellen zur Beruhigung des Verkehrs, so genannte „Berliner Kissen.”

Und die Abschaffung der Ampel? Ausschussvorsitzender Heiner Höfken (SPD) erklärte: Wenn das Gremium gegen geltendes Recht entscheide, müsse es auch für eventuelle Unfälle an dieser Stelle haften. Da wurde auch die CDU wieder gesetzestreu. Der Ausschuss votierte einstimmig für die Abschaffung der Signalanlage. Das tat er auch im Falle der Bismarckstraße. Dort steht auch eine Ampel in einer 30-Zone, passiert ist bislang nichts. Das Soerser Forum wird das freuen.

Kein Kreisverkehr an der Viktoriaallee

Den Umbau der Viktoriaallee hat der Verkehrsausschuss einstimmig beschlossen. Dabei wird an der Kreuzung zur Bismarckstraße auf einen Kreisverkehr verzichtet. Dort soll stattdessen die Fahrbahn verengt werden, um den Verkehr zu bremsen. Außerdem gilt dort „Rechts vor Links”. Der Stadtrat diskutiert am Freitag, 26. Juni, über die Pläne.

Die Ampelschaltung an der Kreuzung B258/Steinkaulplatz in Kornelimünster bleibt wie sie ist. Im Verkehrausschuss folgten nur die Christdemokraten der Empfehlung der Bezirksvertretung Kornelimünster/Walheim, eine „Rund-um-Grün-Schaltung” für die Fußgängerüberwege einzurichten. Der Ausschuss votierte mehrheitlich gegen den Vorschlag
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