Carolus Thermen bauen für Millionen um

Von: Robert Esser
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Die Carolus Thermen schließen vom 31. Juli bis zum 28. September ihren kompletten Saunabereich. Foto: Michael Jaspers
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Jetzt werden Millionen investiert – wie Marketingleiter Hans-Peter Lipka im alten Dampfbad an der Passstraße zeigt. Foto: Michael Jaspers
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Die Wellnessregion rüstet auf: Björn Jansen (links), Geschäftsführer der Carolus Thermen, und Stamos Papas, Inhaber der Roetgen-Therme, begraben die frühere Konkurrenz kommunaler und privater Sauna-Betreiber. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Ins Schwitzen kommen ab August vor allem Handwerker, ganz ohne Aufguss. Die Carolus Thermen schließen vom 31. Juli bis zum 28. September ihren kompletten Saunabereich – zum ersten Mal über einen so langen Zeitraum in der 16-jährigen Geschichte der Therme an der Passstraße.

 Investiert werden allein dieses Jahr 2,4 Millionen Euro, wie Geschäftsführer Björn Jansen am Montag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt. Rekordverdächtig. Während der Schließung können Gäste der Carolus Thermen in der Roetgen-Therme von Stamos Papas saunieren. Auch diese intensive Kooperation ist beispiellos in der Wellness-Region Aachen.

„Nach rund sieben Millionen Besuchern und 16 Jahren Betrieb müssen technisch einige Bereiche erneuert werden. Deswegen nehmen wir in Aachen jetzt viel Geld in die Hand, um uns für die Zukunft fit zu machen“, erläutert Jansen. Abgerissen wurden bereits große Teile des „orientalischen Bereichs“. Dort entstehen zwei neue Dampfbäder und 16 neue Duschplätze – anstelle der derzeit zehn. „Aufwendig ist die Umstellung der Energieversorgung sämtlicher Saunabereiche“, sagt der Kur- und Badedirektor.

Was ökologisch und ökonomisch sinnvoll sei. Alles wird von Elektro- auf Gasbetrieb umgestellt. „Das rechnet sich schon nach einer Betriebsdauer von zweieinhalb Jahren“, kalkuliert Jansen. Bis dahin stehen weitere große Umbauarbeiten an. Im kommenden Jahr nimmt der Carolus-Chef mit seinem Team die drei gastronomischen Bereiche – Lemon Grass, Bella Vista und Mediterraneo – in Angriff. Alles wird modernisiert. Genauso wie der Außenbereich der Saunalandschaft. „Schon im August werden wir zudem anstelle der früheren Karawanserei Microsalt-Technologie, also Trockensalzinhalation, anbieten. Dort erlebt man tatsächlich in 45 Minuten einen ganzen Tag am Meer“, freut sich Marketingleiter Hans-Peter Lipka.

Wer im oberen Preissegment angesiedelt ist, müsse seinen Kunden auch entsprechende Leistungen anbieten, sagt Jansen. Deswegen standen Bauarbeiten im laufenden Betrieb auch nicht zur Debatte. „Das dürfen wir unseren Gästen nicht zumuten.“ Über 330.000 Gäste zählen die Carolus Thermen derzeit pro Jahr, natürlich inklusive Wellnessbad (das während der Saunaschließung geöffnet bleibt). Ein Drittel der Gäste buchen zum Wellnessbad den Saunabereich – 100 bis 650 pro Tag. Für die Zukunft peilt Jansen allerdings im Jahresschnitt die 360.000er-Marke an. „1000 Gäste pro Tag auf unserem 6000 Quadratmeter großen Areal mit über 800 Quadratmetern Wasserfläche – das wäre ideal“, erklärt er.

Denn, wie der Chef der Roetgen-Therme Stamos Papas – sie zählt bis zu 70.000 Gäste jährlich – einräumt: Die Zahl der Sauna-Gäste stagniert überall. „Deshalb rüsten wir die Wellnessregion Aachen jetzt tüchtig auf“, sagt er. Geplant ist an der Roetgen-Therme unter anderem ein Wellness-Hotel mit 92 Zimmern.

„Wir haben so viele Alleinstellungsmerkmale, können mit so vielem punkten – jetzt gilt es, noch mehr Gäste auch von außerhalb in die Wellnessregion Aachen zu lotsen“, betont Papas, der Roetgen ganz nah bei Aachen sieht und neben den Saunen mit seinem 5000 Quadratmeter großen Gartenbereich auftrumpft. „Das ist einmalig“, sagt auch Jansen. Im Schulterschluss wollen die Saunabetreiber gemeinsam für sich werben. „Unsere Konkurrenz ist nicht ein anderer Saunabetrieb, sondern die nächste Badmintonhalle oder Phantasialand“, stellt Jansen klar. Entscheidend sei, dass Saunagäste gehalten und gewonnen würden.

Darum nimmt man das benachbarte Ausland noch intensiver in den Blick. Bislang kommen sechs Prozent der Thermen-Gäste aus Belgien, der Anteil der Niederländer konnte zuletzt auf zwölf Prozent verdoppelt werden. „Aber da ist noch Luft nach oben“, sagt Jansen. Schließlich habe die Wellnessregion Aachen mehr zu bieten als andere: wegen der Ravel-Route, des Premiumradwegs Vennbahntrasse zum Beispiel.

„Da lässt sich vieles miteinander verweben“, ist der Carolus-Chef sicher. Und stimmt mit Papas überein: „Nur Kooperationen führen zum Erfolg.“ Vor Jahren wäre so eine partnerschaftliche Zusammenarbeit noch undenkbar gewesen. Und hätte manchem Thermenchef Schweißperlen ins Gesicht getrieben.

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