Carnevale: Jecke Höhenflüge über dem roten Teppich

Von: lef
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Die Hände zum Himmel: In fünf „Locations“ machte Aachens Partymeile – wie hier im Café Madrid – bei der Carnevale mächtig Furore. Foto: Ralf Roeger
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Schau mir in die Augen: Der eigentlich Star war das Publikum.

Aachen. In diesem Jahr versammelten sich ausnahmsweise mal keine Promis zum Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich, sondern geschätzt 2000 Karnevalisten, die an der 19. Carnevale in der Pontstraße teilnahmen. Zum ersten Mal wagte das traditionelle Karnevals-Event den Sprung in die Partymeile, und somit direkt ins Zentrum von Aachen.

Anders als in den letzten Jahren begrenzte sich dieses allerdings nicht nur auf einen Standort: Mit Freiraum, Tangente, Molkerei, Apollo und Café Madrid waren gleich fünf „Locations“ dabei, der gesamte Komplex wurde zum Dancefloor, und die Milchstraße zum „Walk of Fame“: Passend zum diesjährigen Motto „Hollywood“, das den Jecken viel Freiraum für kreative Kostüme ließ. Von Stars im Abendkleid wie bei der Oscar-Verleihung bis hin zu zahlreichen Hollywood-Filmhelden gab es unzählige bunte Kostüme zu bewundern. Ein paar glückliche VIPs wurden stilecht in einer weißen Stretchlimousine bis zum ausgerollten roten Teppich gefahren. Keine Frage: Wer an diesem Abend dabei war, fühlte sich wie ein Star.

„Wir wollten etwas Größeres und Neues aufbauen. Dass wir so viele Lokale miteinbezogen haben, ist wirklich etwas Einzigartiges und bringt uns viel mehr Möglichkeiten“, betonte Jan Hilgier, Moderator und Programmgestalter der Carnevale. Dies zeigte sich vor allem im parallel ablaufenden Programm. Während in jedem der fünf Lokale verschiedene DJ’s den ganzen Abend und die Nacht lang für die richtige Stimmung sorgten, zogen Bands und Tanzgruppen vom Café Madrid über die VIP-Area Tangente bis zum Apollo und boten in jeder „Location“ ein abwechslungsreiches Programm.

Ein vorheriges Casting gab es dafür diesmal nicht, stattdessen wurden einige Gewinner der Vorjahre, aber auch ein paar neue Künstler eingeladen. „Die Organisation war dieses Mal viel stressiger als in den vergangenen Jahren. Da blieb einfach keine Zeit für ein Casting, aber wir wissen auch schon aus Erfahrung, was beim Publikum gut ankommt und wer auf der Bühne glänzt“, erklärte Hilgier und versprach damit nicht zu viel.

Einen pompösen Auftakt machte der Öcher Elvis, der mit seinen Backroundtänzerinnen in einem Cadillac-Oldtimer zum Auftritt kam. Einmal im Café Madrid auf der Bühne angekommen, hielt es das Double dort nicht lange aus. Er mischte sich unter die tanzende Menge und heizte die Stimmung direkt zu Beginn so richtig an. Filmreif waren auch die Choreographien der Tanzgruppen Crazy Diamonds und Ladylesque, die teils mit spektakulären Hebefiguren, teils mit einer gelungenen Mischung aus Gesang und Tanz begeisterten.

Stimmung vor allem im „Madrid“

Für die musikalischen Höhepunkte des Abends sorgten unter anderem die 4 Amigos und die Band Schäl Pänz, die das Publikum sowohl im Apollo als auch im Café Madrid am liebsten gar nicht von der Bühne gelassen hätte. Natürlich durfte auch Prinz Michael II. mit seinem Hofstaat nicht fehlen. Der zeigte sich begeistert von der Carnevale: „Alle sind kostümiert, alle sind gut drauf, alle haben Lust zu feiern – wie jedes Jahr!“

Mit Abstand das beliebteste Ziel der Karnevalisten war das Café Madrid, das gleich von Anfang an rappelvoll war – und auch blieb. Anfangs noch spärlich besucht, füllten sich auch die anderen Gaststätten nach und nach mit immer mehr feierlustigen Jecken.

„Durch die vielen Räume verläuft sich die Party ein bisschen, die Stimmung ist nicht überall gleich gut“, bemerkte eine der Tänzerinnen des Öcher Elvis. Trotzdem feierten, schunkelten und tanzten die Narren ohne Unterlass die ganze Nacht durch. Es war mal wieder die Mischung zwischen karnevalistischen Programm und Partymusik, die die Stimmung auf den Höhepunkt trieb und die Carnevale zu einer besonderen „Stehung“ für junge und jung gebliebene Karnevalisten macht.

Und im nächsten Jahr? Wo die Carnevale 2017 stattfinden wird, das wollte das zehnköpfige Organisationsteam noch nicht verraten. Fest steht aber, dass frei nach dem Motto „nach der Carnevale ist vor der Carnevale“, schon jetzt die Organisation für das nächste große Event auf Hochtouren läuft.

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