„Carmina Mundi“: Besinnliches Chorkonzert in der Citykirche

Von: Eva Onkels
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Besinnliche und gekonnte Töne: Der Chor „Carmina Mundi“ begeisterte in der Citykiche bei einem Konzert, dessen Einnahmen Flüchtlingen zugute kommen. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Im Weihnachtsstress ist kaum etwas schöner, als einen Augenblick innehalten zu können. Wozu das Weihnachtskonzert des Aachener Chores Carmina Mundi beste Gelegenheit bot. Dieter Spoo, Pastoralreferent, lobte zu Beginn den Chor dafür, das Konzert als Benefizkonzert zu veranstalten.

Das gespendete Geld soll Flüchtlingen in Aachen zugute kommen: „Es klopft immer mehr echte Not an unsere Türe“, so Spoo, „und jeder dieser Menschen kommt mit dem gleichen Recht auf Leben wir wir alle.“

60-minütiges Programm

Vielleicht passte in diesen Kontext auch eher ein ruhiges Konzert, mit wenig lauten Tönen. Unter dem Titel „Serenity“, was so viel bedeutet wie Gelassenheit oder auch Klarheit, sang der Chor ein rund 60-minütiges Programm. Der Titel „Es ist ein Ros entsprungen“ wäre ebenfalls passend gewesen, denn im Programm ließ sich dieses bekannte Weihnachtslied gleich in drei Versionen finden – mit einer wurde es sogar eröffnet.

Die von Jan Sandström komponierte Version des Klassikers von Michael Praetorius begann mit einem sphärischen, achtstimmigen Summchor, erst langsam entstand die Melodie, die getragen von den Summstimmen, jeden einzelnen Ton entwickelte.

Wunderschöne Weihnachtsmusik

Ein besonderes musikalisches Highlight war auch die von Felix Folkmann geschriebene Version von „Stille Nacht“ in einem Arrangement von Chorleiter Harald Nickoll. Der moderne Ansatz war hörbar, gleichzeitig erinnerte die Musik an die wunderschöne Weihnachtsmusik mancher Zeichentrickklassiker. Die ungewöhnlichen harmonischen Zusammenstellungen ließen den Klassiker im neuen Gewand erstrahlen.

In die Highlands entführte Andreas Schäfer auf der Violine mit der „Schottischen Melodie“. Auch ungewöhnliche Titel fanden ihren Weg in das Konzert, so etwa „Astazi proorociile“ und „Trei pastroi“ von dem rumänischen Komponisten Mircea v. Diaconescu, oder auch das aus dem altgriechischen stammende „I parthenos simeron“ in einer Bearbeitung von Diaconescu.

Die südosteuropäischen Einflüsse waren in dem Lied deutlich spürbar. Dass der Chor über hervorragende Solisten verfügt, zeigten sowohl die Zugabe „Dobbin‘s Flowery Vale“ als auch das aus der Feder von Eric Whitacre stammende „Alleluia.“ Whitacre, geboren 1970, ist ein ungewöhnlicher Komponist, er leitete unter anderem dem Virtual Choir, der im Internet große Erfolge feiern durfte. Bei „Dobbin‘s Flowery Vale“ begeisterten Carolina Ribbing (Sopran), Martina Roß-Nickoll (Sopran), Anke Nießen (Sopran) und Jonathan Wendt (Tenor) als Solisten mit gesanglicher Präzision.

Nur die Tür quietschte...

In Jim Clements Bearbeitung des Weihnachtsklassikers „Gabriel‘s Message“ gelang es dem Chor, die Schwere und gleichzeitig Erhabenheit des Stückes zum Klingen zu bringen. Im Abschlussstück „Serenity – O Magnum Mysterium“ zeigte der Chor eine weite Klangreichweite einerseits und andererseits, dass das Zusammenspiel von einem Soloinstrument und Chor sehr gut funktionieren kann, ohne dass die Violine unterging.

Zurecht gab es daher am Ende des Konzertes viel Applaus. Einzig schade: Die stark quietschende Tür der Kirche störte so manchen Höreindruck mehr als es nötig gewesen wäre.

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