Aachen - „Car Sharing” bald auch mit Elektroautos

„Car Sharing” bald auch mit Elektroautos

Von: Aljona Hartstock
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Elektromobilität in Aachen: I
Elektromobilität in Aachen: Im Mittelpunkt des Infotages von Stadt und Fachhochschule am Elisenbrunnen stand das erste Serienfahrzeug Deutschlands. Foto: Andreas Herrmann

Aachen. Das Konzept des „Car Sharing” ist nun wirklich nicht mehr neu und inzwischen weit verbreitet. Neu ist dagegen das so genannte „eCarSharing”, also das gemeinschaftliche Nutzen von Elektroautos.

Im Rahmen des „ec2go”-Projekts - eines Gemeinschaftsprojekts der FH Aachen, des CarSharing-Unternehmens Cambio Aachen sowie fünf weiterer Industriepartnern - läuft ab sofort ein Feldversuch: Interessenten können das erste Serienelektrofahrzeug Deutschlands, den Mitsubishi i-MiEV, kostenlos testen. Notwendig ist dafür lediglich eine Registrierung im Internet unter http://www.ec2go.de.

Während einer Infoveranstaltung am Wochenende zur „Elektromobilität in Aachen” am Elisenbrunnen konnten die Aachener dieses Fahrzeug aus der Nähe betrachten. Beim Probesitzen seien viele erstaunt gewesen, dass es aussieht wie ein „normales” Auto, sagt Gisela Warmke, Geschäftsführerin von Cambio Aachen.

Vor und nach der Fahrt werden die Testfahrer gebeten, einen Fragebogen zu ihren Erwartungen und ihren Erfahrungen auszufüllen. „Wir versuchen, die Freiwilligen nach Zielgruppen zusammenzufassen, zum Beispiel nach Alter oder Ausbildungsgrad, und gucken dann nach Unterschieden”, sagt Warmke. Etwa 250 Interessenten haben sich bereits für eine Testfahrt angemeldet. Neben diesem Feldversuch geht das „ec2go”-Projekt noch einen Schritt weiter: Gleichzeitig wird an der Entwicklung eines ausschließlich für das eCarSharing konzipierten Fahrzeugs getüftelt. Solch ein Fahrzeug gibt es bisher noch nicht.

Klein und wendig muss es sein

Die Anforderungen an so ein Elektroauto sind anders als an ein gewöhnliches Elektrofahrzeug. „Es müsste deutlich kleiner als ein Smart und besonders wendig sein, damit es in der Stadt perfekt eingesetzt werden kann”, erklärt Christiane Vaeßen, Prorektorin der FH Aachen. „Wir haben die Möglichkeit, das Auto ganz gezielt auf einen Bedarf hin auszurichten. Es soll so spartanisch wie möglich aufgebaut werden”, ergänzt Warmke. Das geplante eMobil soll Platz für drei Personen bieten und eine Reichweite von etwa 80 Kilometern haben.

Und selbst wenn der Strom mal ausgehen sollte, solle man jederzeit auf ein anderes Auto umsteigen können; mit dem kommunikationsstarken eCar der Zukunft kein Problem: Einfach Smartphone raus, mit einer eigens entwickelten App nach dem nächsten eCar suchen, Ladestand abfragen, direkt online buchen und bezahlen. Schon kann die Fahrt weiter gehen. So stellen es sich die Entwickler zumindest vor.

Statt umständlich über ein Elektrokabel soll das neue eCar induktiv geladen werden. „Das ist wie bei einer elektrischen Zahnbürste”, erklärt Vaeßen. Das Fahrzeug müsste dann auf eine bestimmte Stelle gefahren werden und würde von unten aufgeladen. „Das ganze Konzept macht natürlich nur Sinn, wenn regenerative Energie verwendet wird”, sagt Vaeßen. Aus diesem Grund ist auch das Solar-Institut Jülich beteiligt.

Überhaupt ist das Projekt sehr interdisziplinär aufgestellt: Fünf Fachbereiche der Fachhochschule Aachen, darunter der Fachbereich Gestaltung und der Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik, forschen an der Elektromobilität. Wenn alles glatt läuft, soll das neuartige eMobil im kommenden Jahr auf dem Genfer Autosalon vorgestellt werden.
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