Aachen - Campusbahn: Listen sind weg

Campusbahn: Listen sind weg

Von: Thorsten Karbach
Letzte Aktualisierung:
Ärgert sich über den Listenk
Ärgert sich über den Listenklau: Maximilian Slanwinski, Initiator des Campusbahn-Bürgerbegehrens.

Aachen. Ihr Mut, die Campusbahn auszubremsen, ist nicht auf der Strecke geblieben - allein schon, weil mittlerweile 4000 der geforderten 8000 Unterschriften für ein Bürgerbegehren vorliegen.

Aber verärgert ist Maximilian Slawinski, einer der Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen die Campusbahn allemal. Denn die Unterschriftensammlung hat einen herben Rückschlag hinnehmen müssen: Listen wurden laut Slawinski bei Einzelhändler von den falschen Händen einkassiert. Wie viele Unterschriften für das Bürgerbegehren damit verschwunden sind, lässt sich für die Betroffenen nicht erfassen.

„Allein im Bereich Brand sammeln wir im Moment 700 Unterschriften pro Woche, wenn davon die Hälfte weg ist, dann fehlen uns aus den letzten drei Wochen alleine tausend Unterschriften”, rechnet Slawinski vor. Die wären der nächste große Schritt zu der erforderlichen Zahl von 8000 Aachener Autogrammen gegen das 235-Millionen-Euro-Projekt. „Natürlich können wir über die tatsächliche Zahl nur spekulieren, aber diese Widrigkeit wollen und können wir nicht akzeptieren. Ich finde so etwas undemokratisch”, sagt er.

Etwa 50 Einzelhändler würden sich an der Unterschriftensammlung gegen die Beteiligung der Stadt an der Finanzierung einer Campusbahn beteiligen. Sie drucken die Listen und legen sie aus. Zuletzt hieß es immer wieder: „Es war doch schon einer von der Initiative da und hat sie eingesammelt”, als Slawinski und seine Mitstreiter die Geschäfte besuchten. „Wir sind da vollkommen hilflos. Wie können wir das verhindern? Die Händler können doch nicht wegen unserer Listen ihre Geschäfte vernachlässigen”, erklärt er. Eine Besuchsrunde aller Händler wolle man aber starten, um die Köpfe hinter den Listen bekannter zu machen.

Aufhalten lasse man sich jedenfalls nicht. „Wir können und werden nur immer weitersammeln”, sagt Slawinski. Die rasant steigende Zahl der Unterschriften lasse ihn glauben, dem Rat bereits nach der Sommerpause die geforderten 8000 Namen vorlegen zu können. Da noch kein Beschluss zur Realisierung einer Campusbahn vorliegt, würde ein sogenanntes initiierendes Bürgerbegehren das Resultat. Damit müsste sich der Rat befassen. Würde der das Begehren für rechtlich zulässig erklären, es inhaltlich aber zurückweisen, würde es zu einem Bürgerentscheid kommen, an dem 20 Prozent der Aachener teilnehmen müssten, dann aber eine einfach Mehrheit entscheidend ist. Der Bürgerentscheid ist das erklärte Ziel von Slawinski und seinen Mitstreitern.

Eine Frist - ursprünglich war von Ende Juni die Rede - sitzt den Unterschriftensammlern dabei nicht im sprichwörtlichen Nacken. „Wir können so lange sammeln, bis es verbindliche Beschlüsse gibt”, macht Slawinski klar. Die Listendiebe könnten ihnen nicht den Mut nehmen, die Campusbahn zu stoppen.
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