Campusbahn: Düsseldorfer Ingenieure prüfen Machbarkeit

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Campus Melaten: Zwischen Feuerwache (unten rechts) und Klinikum (oben links) wird die Freifläche hinter den bestehenden Erweiterungsgebäuden der RWTH bebaut. Foto: Peter Sellung

Aachen. Welches Verkehrssystem ist am besten geeignet, die RWTH-Erweiterungsgebiete Campus Melaten und Campus Westbahnhof mit dem Klinikum und dem Kernbereich der Hochschule zu verbinden?

Welches ist wirtschaftlich genug, passt sich am besten in das bestehende Verkehrsnetz ein und bietet darüber hinaus das Potenzial, in zentrale Innenstadtbereiche und über das Klinikum hinaus - zum Beispiel bis zur Vaalser Straße - ausgedehnt zu werden?

Wo müssen die Haltestellen genau liegen, wo verläuft die Trasse, wie fügt es sich planerisch - möglichst unauffällig und geräuscharm - in das Stadtbild am besten ein? Wo liegt ein Konfliktpotenzial, wo kann man Synergien nutzen? In welchem Takt könnte ein solcher Zug fahren, zu welchen Abfahrtzeiten, mit wie viel Passagieren, wie lange benötigt er?

Vor der Beantwortung dieser vielen Fragen steht jetzt das Düsseldorfer Ingenieurbüro Lindschulte und Kloppe. Es wurde mit einer aufwändigen Machbarkeitsstudie beauftragt, die die Grundlage bildet für den Aufbau eines neuen Verkehrssystem, das voraussichtlich im Jahr 2020 die Hochschulerweiterungsgebiete mit der Stadt verbinden wird. In welche Richtung diese Planungen gehen werden, ist indes völlig offen.

Das neue Verkehrsmittel könnte straßengebunden, schienengebunden, aufgeständert, sogar automatisch gesteuert sein, es könnte auch ein Seilbahnsystem entwickelt werden. Ein halbes Jahr Zeit bekommt das Düsseldorfer Unternehmen, um fundierte Vorschläge zu unterbreiten.

Zurzeit ist es unter anderem daran beteiligt, das ehemalige Bonner Regierungsviertel, den heutigen UN-Campus, attraktiver zu gestalten. Es wird im Bereich der Stadtplanung mit dem Aachener Büro HJP - Heinz Jahnen Pflüger zusammen arbeiten.

Aber auch die Stadt Aachen wird an der Erstellung der Machbarkeitsstudie mitwirken. Sie wird das Ingenieurbüro mit den erforderlichen Daten unter anderem zur Bevölkerungsstruktur, zum Verkehrsverhalten und der prognostizierten Verkehrsbelastungen versorgen.

Finanziert wird die Studie auch mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des grenzüberschreitenden Projektes RoCK (Regions of Connected Knowledge).

Dessen Hauptaufgabe ist es, die Erreichbarkeit der europäischen Wissens- und Technologieregionen nachhaltig zu verbessern. Unter anderem ist geplant, den niederländischen IC an das deutsche Schienennetz anzubinden.

Von Aachen aus wäre dann Amsterdam direkt mit einer schnelleren Zugverbindung zu erreichen. Auch die bereits durchgeführten Planungen im Zusammenhang mit einer verbesserten Verkehrsanbindung des Gewerbegebietes Avantis und der Ausbau der Verbindung über Heerlen nach Maastricht werden in der Machbarkeitsstudie zur Campusbahn berücksichtigt.

Die beiden Campusprojekte stellen für die Stadt Aachen ein wesentliches Element der Zukunftssicherung dar, bedeuten aber zugleich eine große Herausforderung für die Stadtplanung und Verkehrsentwicklung.

Die Entwicklung der RWTH darf insgesamt als wesentliches Leuchtturmprojekt für die gesamte StädteRegion Aachen angesehen werden. Die Gestaltung der Verkehrsanbindung des Erweiterungsgebietes wird sich an diesem Maßstab messen müssen.

Die Ausschreibung wurde in einem zweistufigen Verfahren durchgeführt. Die Entscheidung traf das städtische Auswahlgremium einstimmig.

Beratend teilgenommen haben Vertreter der RWTH Aachen (Baudezernat und Institut für Stadtbauwesen und Stadtverkehr), der Aseag, des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) und des Zweckverbands Nahverkehr Rheinland, des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB NRW) sowie die Industrie- und Handelskammer Aachen (IHK).

Die Fraktionen haben der Auftragsvergabe zugestimmt. 1,8 Millionen Euro stehen aus Mitteln des Programms „RoCK” insgesamt in der Region Aachen.
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