Aachen - Campusbahn: Der CDU-Mittelstand gibt Kontra

Campusbahn: Der CDU-Mittelstand gibt Kontra

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Aachen. „Campusbahn – eine Chance nutzen“ heißt es im Namen der CDU-Ratsfraktion im Abstimmungsheft der Stadt Aachen zum Bürgerentscheid. Beim Diskussionsabend „Wein, Käse & Politik“ der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU Aachen-Stadt (MIT) war von dieser befürwortenden Haltung zur Campusbahn wenig zu spüren.

Die Gegner des Verkehrsprojektes, über das die Bürger am 10. März in einem Ratsbürgerentscheid abstimmen, vertraten eindeutig die Mehrheit.

Schon der fiktive Eingangsdialog zwischen Rolf Einmahl, MIT-Vorsitzender, und Dieter Bischoff, stellvertretender Bundesvorsitzender der MIT, betonte die Argumente der Gegner stärker als die der Befürworter – auch wenn Bischoff betonte: „Hier kann jeder seine Meinung vertreten.“

Die rund 40 Teilnehmer bestärkten sich in ihrer Meinung weitgehend gegenseitig: Die Campusbahn werde den Individualverkehr verdrängen, weil die Stadt eng bebaut sei. Schon in den 1970er Jahren sei deshalb das Aus für die Straßenbahn besiegelt worden. Die Kosten seien nicht kalkulierbar, da bis heute trotz gegenteiliger Zusagen keine unabhängige Bewertung vorliege. Der Südraum erfahre eine Benachteiligung durch ein Umsteigen in Brand und den Wegfall von Haltestellen. Einzig eine Solitärlösung zwischen dem Hauptgebäude der RWTH und den beiden Campus Westbahnhof und Melaten sei sinnvoll.

Auch die Verwaltung und die eigene Ratsfraktion mussten heftige Kritik einstecken: „Die Verwaltung ist politisiert und verhält sich nicht neutral“, lautete ein Vorwurf. OB Philipp sammele die falschen Freunde hinter sich, so ein anderer. Und: „Da wackelt der grüne Schwanz mit dem Hund.“ Auch die anwesenden Ratsvertreter traten nicht als glühende Befürworter der Campusbahn auf. Michael Janssen bekannte: „Es schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Den Mobilitätsvorteil durch die Campusbahn muss man gegen die Finanzrisiken abwägen.“ Und: „Es gibt das Risiko, durch die Campusbahn in den Nothaushalt zu rutschen.“

Einzig der Investor Norbert Hermanns bekannte sich als Fürsprecher der Campusbahn „mit einem klaren Statement zur Zukunftsorientierung“. Der ÖPNV werde attraktiver, was letztlich ein Vorteil für den Individualverkehr sei. Neubauten für die Aseag seien mit oder ohne Campusbahn notwendig. Und mit „grüner Ideologie“ habe das alles nichts zu tun. „Aachen soll an seine eigene Zukunft glauben und in seine Infrastruktur investieren.“

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