Campusbahn: „Busse lösen Engpässe im Straßenverkehr nicht“

Von: Julia Gröbbels
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Auch die Aachener Vertreter von Umwelt- und Verkehrsverbänden werben für die Campusbahn (v.l.n.r.): Dieter Formen (Bund für Umwelt und Naturschutz), Ralf Oswald (Verkehrsclub Deutschland), Ernst Blumthal und Helga Weyers (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club), Ulrich Bierwisch (Verkehrsclub Deutschland) und Hugo Hamacher (Greenpeace). Foto: Andreas Steindl

Aachen. In knapp zwei Wochen ist es so weit. Dann entscheiden die Bürger, ob die Campusbahn weiter geplant wird oder nicht. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC), der Bund für Umwelt- und Naturschutz (Bund), Greenpeace, Pro-Bahn und Verkehrsclub Deutschland haben sich jetzt dazu entschlossen, gemeinsam mit Plakaten, Flugblättern und Ständen in der Innenstadt und in Brand für die Campusbahn zu werben.

„Noch bis zum 9. März möchten wir die Bürger an unseren Ständen in einer sachlichen Atmosphäre informieren“, sagt Ralf Oswald vom Verkehrsclub Deutschland. „Die Engpässe im Verkehr lassen sich nicht ausschließlich mit dem Bussystem lösen“, so Oswald. So werben die Umweltverbände auch mit Postkarten, auf denen die Busse der Aseag als Sardinenbüchsen dargestellt werden, die nicht ausreichend Platz für Fahrgäste bieten.

Das soll sich – so zumindest die Ansicht der Umwelt- und Verkehrsverbände – mit der Campusbahn ändern. „Außerdem ist die Campusbahn ein umweltfreundliches Verkehrsmittel, mit dem die Belastung durch Lärm, Feinstaub und Stickoxiden deutlich reduziert werden kann“, so Peter Formen vom „Bund“. Ein weiterer Vorteil sei, dass die Campusbahn mit lokal produziertem Windstrom von der Stawag betrieben werde.

Das sich die Aachener Verbände derart deutlich für ein Großprojekt aussprechen, war in der Vergangenheit nicht oft der Fall. So wurde beispielsweise gegen Avantis lange Widerstand geleistet. Auch die Kaiserplatz-Galerie befürworteten die Verbände nicht. Das dies bei der Campusbahn anders sei, hieß es am Samstag am Infostand auf dem Holzgraben. Das läge unter anderem daran, dass weniger Autos und saubere Fahrzeuge im ÖPNV nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut für die Wirtschaft seien, so Oswald.

Er ist sich sicher: „Die Investition in ein modernes Verkehrsmittel, das mehr Fahrgäste schneller, bequemer, leiser und sauberer transportiert, lohnt sich für jeden“. Zudem erhoffen sich die Verbände, dass viele Autofahrer freiwillig auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wenn die Campusbahn kommt. „In anderen Studentenstädten wie beispielsweise Münster gibt es rund ein Drittel weniger Autoverkehr“, sagt Ulrich Bierwisch vom VCD.

Die Verbände sind sich einig: Die Campusbahn sei gut für Aachen. „Sie wird die Stadt einen großen Schritt nach vorne bringen“, so Oswald. Eine saubere Umwelt erhöhe außerdem die Lebensqualität und mache Aachen für Besucher und Investoren noch attraktiver.

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