Aachen - Campusbahn: Barrierefreiheit soll kein Stolperstein sein

Campusbahn: Barrierefreiheit soll kein Stolperstein sein

Von: Stephan Mohne und Oliver Schmetz
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Barrierefreie Bahnsteige: Die
Barrierefreie Bahnsteige: Die Campusbahn soll die Belange Behinderter bestens berücksichtigen. Das gilt auch für die Haltepunkte - wie in dieser Animation auf der Trierer Straße vor den Aachen-Arkaden -, die über Rampen auch für Rollstuhlfahrer zugänglich sein sollen. Foto: HJPlaner

Aachen. Bis die Campusbahn tatsächlich durch Aachen rollt, müssen noch ein paar Hürden aus dem Weg geräumt werden - aber die Frage nach der Barrierefreiheit soll kein Stolperstein werden.

Denn den zuletzt von der Bürgerinitiative „Campusbahn - Größenwahn” geäußerten Befürchtungen, die geplante Schienenverbindung zwischen Brand und dem Uniklinikum beschere vor allem Behinderten Nachteile, tritt die Verwaltung deutlich entgegen.

„Wir wissen, dass diese Ängste da sind, aber die können wir sehr leicht entkräften”, sagt Regina Poth, städtische Abteilungsleiterin Straßenbau und zusammen mit Hermann Paetz von der Aseag Geschäftsführerin der neuen Campusbahn-Gesellschaft. Denn: „Wir hätten gar keine Chance auf Fördermittel, wenn wir die Frage der Barrierefreiheit nicht berücksichtigen würden.” Poth hat über die besonderen Belange behinderter Menschen im Zusammenhang mit der Einführung der Campusbahn kürzlich bereits auf einer Infoveranstaltung im Behindertenwohnzentrum Driescher Hof gesprochen, Donnerstag informierte sie die Politik im Mobilitätsausschuss.

Derzeit ist bereits sicher, dass die Campusbahn im Falle der Realisierung mit einem 30 Meter langen Zweirichtungsfahrzeug in Niederflurtechnik betrieben werden soll. Und aus der Kombination einer Fahrzeugbodenhöhe von 30 cm und einer Bahnsteighöhe von 25 cm ergebe sich der barrierefreie Einstieg. Den Abstand zwischen den einzelnen Haltestellen setzt man mit 600 bis 800 Metern an, der Einzugsbereich jedes Haltepunktes soll bei 400 Metern liegen.

Die Haltestellen selbst können als Seiten- oder Mittelbahnsteige oder auch als überfahrbares Haltestellenkap angelegt werden. Welche Form wo zur Anwendung kommt, soll in der Detailplanung festgelegt werden. Klar sei aber, dass alle Haltepunkte mit behindertengerechten Rampen sowie den taktilen Elementen ausgerüstet werden, die man heute an allen neuen Bushaltestellen findet.

Bus und Bahn am gleichen Steig?

Auch ist eine modernere Fahrgastinformation vorgesehen, die ebenfalls die Anforderungen der Barrierefreiheit erfüllen soll. Neue Infostellen, die auch mit akustischen Informationen aufwarten, seien ohnehin bereits in Planung. Sie sollen demnächst an vier Bushaltestellen getestet werden.

Auch die Kritik der Bürgerinitiative, das durch den Wegfall von Buslinien notwendige häufigere Umsteigen gehe vor allem zu Lasten von Behinderten oder Müttern mit kleinen Kindern, weist die Stadt zurück. Der Nachteil eines zusätzlichen Umsteigens werde oft durch den Zeitgewinn dank der schnelleren Campusbahn kompensiert. Außerdem blieben viele bisher umsteigefreie Verbindungen auch bei Realisierung der Campusbahn bestehen.

Und dort, wo ein Umsteigen nötig sei, müsse eine besondere Aufmerksamkeit auf eine barrierefreie Abwicklung gelegt werden: Im Idealfall hieße dies, dass Bus und Bahn am gleichen Steig hielten. Skeptikern empfiehlt die Verwaltung überdies den Blick über den Tellerrand. Die Erfahrung anderswo zeige, dass Fahrgäste den Komfort in einer Bahn deutlich höher einschätzten und deshalb auch ein Umsteigen in Kauf nähmen.
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