Campus West: Noch in diesem Jahr soll eine Einigung her

Von: os
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Wann verschwindet endlich die riesige ‚Brache an den Bahngleisen? In Sachen Campus Westherrscht seit Jahren Stillstand, während der Campus Melaten deutlich sichtbare Fortschritte macht. J Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Still ruht der See: Auf diesen schlichten Nenner konnte man das Thema seit mehr als vier Jahren bringen. Doch plötzlich kann es am Campus West offenbar gar nicht mehr schnell genug gehen – jedenfalls konnte man diesen Eindruck jetzt im städtischen Planungsausschuss gewinnen.

Dort beauftragte die Politik einstimmig die Verwaltung, möglichst schon in den nächsten Wochen einen neuen Workshop zu organisieren. Daran teilnehmen sollen Vertreter aller Ratsfraktionen, der Verwaltung, der Campus GmbH und des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW (BLB).

Und vor allem sollen alle Beteiligten in diesem Workshop eines tun: sich bei den noch offenen Streitpunkten in Sachen Bebauungsplan einigen. Diesen Appell richtete Dr. Klaus Feuerborn, Geschäftsführer der Campus GmbH, im Ausschuss an Politik und Stadtverwaltung: „Wir haben fünf Jahre an dem Thema herumgedoktert“, sagte er. „Jetzt müssen wir uns entscheiden.“ Schließlich habe man mit dem Campus-Projekt bundesweit viel Aufsehen erregt, da wolle man diesen Weg jetzt auch weiter beschreiten.

Das plötzliche Tempo überrascht, wenn man bedenkt, dass die Politik das Thema jetzt eigentlich erst wieder auf die Tagesordnung gebracht hat, nachdem der BLB als Partner der Campus GmbH und nicht zuletzt als Geldgeber das Ganze im Jahr 2011 auf Eis gelegt und zugleich finanziell auf den Prüfstand gestellt hatte.

Und die Ideen, die die Campus GmbH für die nördliche Erschließung des Gebiets – für Feuerborn die entscheidende „Schlüsselfrage“ – favorisiert, finden bisher nicht die Zustimmung der Politik und sind teuer. Die Kosten für die drei Varianten, die bis zu einem Brückenbau hinüber nach Melaten reichen, liegen laut Feuerborn zwischen 12 und 22 Millionen Euro. Mit den 15 Millionen Euro, die die Stadt für Infrastrukturmaßnahmen zuschießen soll, käme man da kaum hin. „Da müssen wir uns noch etwas einfallen lassen“, sagt der Campus-Geschäftsführer, „aber wichtig ist, dass wir uns zuerst hier vor Ort einigen.“

Und wenn das misslingt? Vieles spricht dafür, dass in Sachen Campus West der See dann wieder still ruht. Oder wie es der Vorsitzende des Planungsausschusses, Harald Baal (CDU), formulierte: „Wenn es keine Einigung über die nördliche Erschließung gibt, gibt es keinen Satzungsbeschluss. Und dann gibt es auch keine Vermarktung.“

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