Campus West: Jetzt geht es doch voran

Von: Oliver Schmetz
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In Sachen Campus West soll es jetzt zügig vorangehen. Foto: Manfred Kistermann

Aachen. Jahrelang herrschte am Aachener Westbahnhof vor allem eines – Stillstand. Das galt zwar nicht für den Zugverkehr, wohl aber für ein hochfliegendes Zukunftsprojekt, das auf dem 300.000 Quadratmeter großen Areal zwischen Westbahnhof und Süsterau, Süsterfeldstraße und Bahnlinie längst hätte Konturen gewinnen sollen.

Doch während der Campus Melaten stetig wächst, lässt der Campus West auf sich warten – vor allem seit der federführende Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) die Pläne vor knapp vier Jahren auf Eis legte.

Doch nun geht es wieder voran, und das in beachtlichem Tempo. Nachdem sich der städtische Planungsausschuss mit Vertretern des BLB und der Campus GmbH im August nach langer Zeit noch einmal konkret mit dem Thema befasst hatte, stellte vor kurzem ein interfraktioneller Workshop die entscheidenden Weichen. Aus dem Weg geräumt wurde dabei mit der bislang höchst umstrittenen nördlichen Erschließung des Gebiets das größte Hindernis, das zwischen Campusplanern auf der einen sowie Politik und Verwaltung auf der anderen Seite stand.

Nachdem in der Vergangenheit etliche Varianten diskutiert und wieder verworfen worden waren, einigte man sich nun einvernehmlich auf eine Art doppelten Brückenschlag zum Campus Melaten: Nach Norden hin soll nun eine Trasse gebaut werden, die den Pariser Ring und die Bahnlinie überquert und den Campus West über die Mathieustraße mit dem Campus Melaten verbindet. „Damit sind wir jetzt einen guten Schritt weiter“, kommentiert CDU-Fraktionschef Harald Baal die Einigung, die am Donnerstag kommender Woche im Planungsausschuss (19. November, 17 Uhr, Verwaltungsgebäude Marschiertor), dessen Vorsitzender Baal ist, ihren formalen politischen Segen erhalten soll.

Zuletzt hatten drei Erschließungsvarianten zur Diskussion gestanden, von denen allerdings eine schon vor Jahren von der Politik abgelehnt worden war – unter anderem weil der Verkehrsweg einen Grünzug durchschneiden und sehr nahe an den Ortsteil Laurensberg heranrücken würde. Die andere Variante sieht die Anbindung über das Gewerbegebiet Süsterfeld vor, ist jedoch aus technischen Grünen insbesondere mit Blick auf den Schwerlastverkehr nur schwer machbar.

So müsste laut Verwaltung hierbei der denkmalgeschützte Ringlokschuppen umfahren werden, was eine komplizierte Wegeführung zur Folge hätte. Außerdem würde an einigen Stellen wertvolles Bauland wegfallen, während anderswo Grundstücke hinzugekauft werden müssten – was die Planungssicherheit beeinträchtigen könnte.

Da passt die nun favorisierte Variante deutlich besser. Nach Ansicht der Verwaltung überzeugt sie hinsichtlich der städtebaulichen Qualität, der Erreichbarkeit für Sondertransporte und der Planungssicherheit. Und ihr großer Vorteil, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss, „liegt im Wesentlichen in der direkten Verbindung zwischen Campus West und Campus Melaten“. Nicht zuletzt sei die Trasse auch für Radfahrer geeignet, wenngleich sie für diese nicht sonderlich attraktiv sei.

Einen nicht unwesentlichen Nachteil führt die Verwaltung allerdings auch an: „Da für diese Variante sowohl der Außenring als auch die Bahn überbrückt werden müssen, ist mit entsprechend hohen Kosten zu rechnen“, heißt es in der Vorlage. Im Workshop wurden den Teilnehmern mehrere konstruktive Möglichkeiten für den doppelten Brückenschlag präsentiert, für die die Kosten bereits überschlagen worden sind. Die günstigste dieser Varianten würde mit 13 bis 14 Millionen Euro für eine Trasse vom Ringlokschuppen bis zum Anschluss an die Mathieu-straße zu Buche schlagen.

Zum Vergleich: Die Stadt ist bereit, sich am Projekt Campus West mit insgesamt 15 Millionen Euro für Infrastrukturmaßnahmen zu beteiligen. Allerdings geht es da nicht nur um die nördliche Erschließung, sondern auch um die Ausgestaltung des Campusbandes und einige weitere Maßnahmen. Die Verwaltung schlägt deshalb nicht nur vor, die Pläne für den Brückenschlag auszuarbeiten, sondern sich auch über die Finanzierung Gedanken zu machen. „Über die Übernahme der Erschließungskosten muss mit dem BLB verhandelt werden“, sagt Baal. Da ist noch eine weitere Einigung vonnöten.

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