Campus-Park: Das Gegenmodell zur früheren Studentenbude

Von: Marie Eckert
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Neue Wohnmodule für Studenten: Student Ward Hamoud ist einer der ersten Bewohner des neuen Komplexes am Campus-Boulevard. Foto: Andreas Steindl
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Hier lässt sich leben und lernen: Die Wohnmodule sind hell und modern eingerichtet und bieten viele Funktionen auf wenig Fläche. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Lage ist idyllisch, der Wohnraum großzügig: Knapp zwei Drittel der 285 Studentenappartements, die auf dem Campus Melaten entstanden sind, sind auch schon vermietet, seit Oktober werden sie bezogen. Das Besondere: Die Wohneinheiten sind temporär, Modulbauten, die in sieben Jahren zügig wieder abgebaut werden sollen.

Eigentlich ist der Campus Melaten eine Hochschulerweiterungsfläche des Landes NRW, auf dem eine Wohnungsbebauung nicht vorgesehen ist. Grund für die ungewöhnliche Maßnahme sind die weiterhin hohen Zahlen an Studenten bei Mangel an Wohnraum. Stadt und Land haben sich deswegen auf eine Ausnahmeregelung geeinigt, nach der die Fläche für maximal sieben Jahre doch für Wohnungen genutzt werden darf.

Für die Zukunft und nicht für die Ewigkeit sei die Wohngelegenheit gemacht, erklärte Sjef Thewissen vom niederländischen Projektentwickler Blauw Estate BV. Vor drei Jahren, so sagte er, begannen die Gespräche zum Projekt, nach mehreren Entwürfen war der Plan mit den Modulbauten vollendet. In Holland waren die Container schon einmal aufgebaut, nun wurden sie saniert und modernisiert.

Für die Entwicklung vom Campus Melaten könnte das positiv sein, denn wo Studenten sind, dort sind auch Cafés, Restaurants und Supermärkte. „Aachen war eigentlich nie eine Campushochschule“, merkte Bezirksbürgermeisterin Marianne Conradt an. Institute seien zwar schon länger am Standort, aber ein Campus entstehe erst durch studentisches Leben. „Die Infrastruktur muss auf jeden Fall verbessert werden in Melaten.“

Aus drei Wohnmodulen mit je zwei dreistöckigen Gebäudeteilen besteht das Projekt, Laubengänge und Brücken verbinden die Einheiten. Der Innenhof ist unter freiem Himmel, ansonsten ist der Aufbau wie in einem herkömmlichen Studentenwohnheim mit nebeneinanderliegenden Wohnungen. Jeder Container ist mit einem eigenen Badezimmer und einer Kochnische ausgestattet, die Zimmer sind hell, modern, mit einer Fensterfront, manche haben einen eigenen Balkon. Außerdem gibt es Fahrrad- und Pkw-Stellplätze, im November eröffnet ein Bistro.

Bett, Tisch, Sofa, Kleiderschrank passen bequem hinein: 26 und 29 Quadratmeter haben die Wohnungen, es gibt sie unmöbliert, aber auch möbliert. Besonders praktisch ist das für Studierende, die nur für ein oder zwei Semester in Aachen sind und nur ihre Kleidung mitbringen möchten. Auf dem Boden ist dunkelblauer Teppich verlegt, die Wände sind weiß gestrichen – wie in einer „richtigen“ Wohnung.

Billig ist das idyllische Wohnen nicht: Ab 355 Euro Kaltmiete plus knapp 100 Euro Nebenkosten monatlich gibt es die modularen Appartements. Auf der Seite www.studentencampus-aachen.de können Interessierte sich bewerben und Besichtigungstermine vereinbaren. Auch eine Reservierung einer Wohnung ist dort möglich. Bis Weihnachten, so schätzt die Verwaltung, werden die restlichen Wohneinheiten vermietet sein.

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