Campus Melaten: Turbo für die Zukunft des „3D-Drucks“

Von: Rolf Hohl
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Der Schlüssel zur Zukunft der Fertigungstechnik: Unter anderem NRW-Ministerin Svenja Schulze übergab den elf Millionen Euro teuren Erweiterungsbau des RWTH-Instituts für Kunststoffverarbeitung seiner Bestimmung. Foto: Harald Krömer

Aachen. Der Campus Melaten wächst weiter. Mit der Erweiterung des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) baut die RWTH ihre Kompetenz in diesem wichtigen Forschungszweig aus. Nach anderthalb Jahren Bauzeit ist am Freitag der vierte Bauabschnitt offiziell vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen (BLB) an die Universität übergeben worden.

Der rund elf Millionen teure Neubau ist ein weiterer Schritt zum angestrebten Ziel, das IKV künftig vollständig auf dem Campus im Aachener Westen unterzubringen.

Das Kernstück des neuen Abschnitts ist das Labor für die „Additive Fertigung“ – im Volksmund schlicht 3D-Druck genannt. „Das ist noch keine Technologie für Massenfertigung, sondern vielmehr für komplexe Einzelteile wie Prototypen oder Modelle“, schildert der Leiter des IKV, Christian Hopmann, die Einsatzmöglichkeiten der noch jungen Fertigungsmethode. Noch dauert die Herstellung eines Bauteils nämlich oft mehrere Stunden, weswegen sich das Verfahren momentan nur für einzelne Werkstücke oder Kleinserien lohnt.

Bei der Produktion werden – ähnlich einem Drucker – viele dünne Kunststoffschichten aufeinander aufgebaut, die sich dann sogleich verhärten. Das ermöglicht in der Praxis die Herstellung von beinahe jeder erdenklichen Form und mit den modernen Maschinen des IKV sogar mit unterschiedlichen Materialen, die sich während des Druckprozesses abwechseln.

Doch RWTH-Professor Hopmann, der 2014 für seine Forschung in der Leichtbautechnik den NRW-Innovationspreis erhielt, tüftelt schon an Weiterentwicklungen dieser Technologie. „An der Pontstraße arbeiten wir jetzt an einem Prototyp für die hybride Fertigung mit zerspanenden Werkzeugen“, berichtet er.

Weil die Anforderungen an Oberflächenqualität und Genauigkeit es häufig erforderlich machen, dass Bauteile nach der Fertigung im 3D-Drucker noch weiter bearbeitet werden müssen, kombinieren Hopmann und sein Team beides in einer Maschine. Deren Roboterarm ist in der Lage, das Druckwerkzeug automatisch gegen Fräs- oder Bohrwerkzeuge zu tauschen und mit der Bearbeitung fortzufahren. Gerade bei dieser zeitintensiven Technologie ist das ein wichtiger Schritt zu mehr Wirtschaftlichkeit.

Fortschritt, den auch die nordrhein-westfälische Wissenschaftsministerin Svenja Schulze bei der Eröffnung lobte. „Dieses Institut ist sehr bedeutend für unsere Region und die Kunststoffverarbeitung eine Schlüsseltechnologie in NRW“, sagte sie. Schließlich sei das IKV mittlerweile zum größten Forschungszentrum für Kunststoffverarbeitung in Europa herangewachsen.

Das durch eine gemeinnützige Fördervereinigung getragene Institut hob Oberbürgermeister Marcel Philipp als gelungenes Beispiel für die gelungene Zusammenarbeit von Wirtschaft und Wissenschaft hervor. Weltweit unterstützen so rund 250 Unternehmen weltweit die Arbeit der Aachener Forscher, von denen man auch künftig wohl noch so manche Neuheit aus der Welt der Kunststoffe erwarten darf.

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