Campus Melaten: Institut für Gesteinshüttenkunde erhält neuen Sitz

Von: Andreas Cichowski
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Symbolischer Auftakt für den Bau des neuen Institutes auf dem Campus Melaten (v.l.): Institutsleiter Professor Rainer Telle, Sandra Scheermesser (Gruppenleiterin Hochschulbau im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW), Bezirksbürgermeister Alexander Gilson, Ute Willems (BLB) und RWTH-Rektor Professor Ernst Schmachtenberg. Foto: Andreas Cichowski

Aachen. „Hier bin ich früher Schlittengefahren“, erinnerte sich Laurensbergs Bezirksbürgermeister Alexander Gilson an seine Kindheit und an die Zeit, als es den Campus Melaten noch nicht gab. Wo bislang nur eine triste Schotterfläche zu sehen war, wurde am Donnerstag mit einem symbolischen ersten Spatenstich der Baubeginn für den Ersatzbau des Instituts für Gesteinshüttenkunde (EGHI) am Campus Melaten eingeleitet.

„Laurensberg hat neben dem CHIO eine große Besonderheit dazugewonnen, nämlich den Campus“, so Gilson. „Dieses dritte Baufest an der RWTH innerhalb von wenigen Wochen zeigt, mit welcher Geschwindigkeit die Hochschule wächst“, stellte auch die stellvertretende Niederlassungsleiterin des Bau- und Liegenschaftsbetriebs NRW Aachen (BLB), Ute Willems, fest.

Nun realisiert der BLB mit dem Neubau an der Forckenbeckstraße ein weiteres Lehr und Forschungsgebäude für die RWTH. „Wir freuen uns, den Wissenschaftlern und Studierenden schon bald auf dem Campus die nötige Infrastruktur und optimale Bedingungen für ihre Lehr- und Forschungsarbeit an Werkstoffen bereit zu stellen“, erläuterte Willems.

Denn wie Sandra Schermesser, Gruppenleiterin Hochschulbau im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, resümierte, werden seit 2010 rund 1,7 Milliarden Euro investiert, ein zweistelliger Millionenbetrag davon nun in den Ersatzneubau.

TH-Rekor Professor Ernst Schmachtenberg bekäme immer wieder eine Frage zu hören: „Braucht ihr das alles?“ In diesem Fall lautet die Antwort eindeutig ja. Denn mit dem Ersatzbau werde eine „Altlast endlich erledigt“, so der Rektor. Denn seit der Einstellung 1992, wird Institutsleiter Professor Rainer Telle ein Neubau versprochen.

Die Mängel am alten Standort in der Mauerstraße seien nicht mehr zu tragen. „Sie glauben gar nicht, wie viele nach Hause gefahren sind, weil sie keine Parkplätze gefunden haben“, bedauert Telle. Auch im punkto Sicherheit und Brandschutz gab es große Mängel: Seit 1995 gäbe es keine dauerhafte Betriebserlaubnis. „Die Betriebserlaubnis mussten wir von Jahr zu Jahr neu beantragen“, schilderte Telle.

Auf mehr als 1400 Quadratmetern Laborfläche stehen künftig modernste Abzüge mit Abluftwäschern, eine Vollentsalzungsanlage sowie spezielle Sonderflächen für schwere Aufbereitungsgeräte, Höchsttemperaturöfen und Elektronenmikroskope zur Verfügung. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein eigenes Labor für den 3D-Druck von multifunktionalen Keramikteilen sowie für die Optimierung des Schmelzverhaltens von Gläsern.

Ein kleiner Hörsaal und ein Seminarraum sind ebenfalls vorgesehen. „Wir investieren das Geld in den Bau und refinanzieren die Kosten durch die Miete“, so Bernd Klass vom BLB. Der Vorteil liege darin, dass sich so auch kleinere Institute, denen es aus Eigenmitteln nicht mögliche wäre, einen Neubau zu finanzieren, sich dennoch diesen leisten können. „Wir gewinnen bei nahezu gleichen Flächen eine durchgeplante, moderne und zuverlässige Infrastruktur mit optimaler Anpassung an die experimentellen Abläufe“, so Telle. Das bedeute, dass Wege verkürzt und die Kommunikation wesentlich verbessert werden – „alles wie an einer Kette“.

An den Parkflächen entlang der Schnellstraße wird sich noch einiges tun: „Dieser Neubau ist erst der Auftakt für die Bündelung und Zentrierung der im Stadtgebiet verteilten Institute der Fachgruppe Georessourcen und Materialtechnik“, so Willems. Andere Institute des Clusters werden sich bis zum Kreisverkehr anschließen.

„Wir sind das letzte Institut in Deutschland, das die gesamte Keramik abdeckt, egal ob Ziegel, Fliesen oder Medizintechnik“, äußerte Telle und ist zuversichtlich, dass er bei einer geplanten reinen Bauzeit von zwei Jahren selber noch mit umzieht.

Das Institut für Gesteinshüttenkunde ist eines von insgesamt neun Instituten der Fakultät 5 (Georessourcen und Materialtechnik) der RWTH Aachen. Forschungsschwerpunkte sind die Entwicklung, Herstellung, Verarbeitung und das Recycling metallischer und mineralischer Werkstoffe.

Der Entwurf vom Planungsbüro Rohling (pbr) sieht eine vertikale Dreiteilung des Baukörpers vor. Er besteht aus einem Sockelgeschoss, einem gläsernen Zwischengeschoss und einem darüber befindlichen dreigeschossigen Funktionsbereich.

Für die Fassaden wurde ein dunkelanthrazitfarbener Klinker ausgewählt, der die monolithische Wirkung des Baukörpers unterstreicht und mit der Transparenz des Zwischengeschosses kontrastiert. Im Sockelgeschoss befinden sich die schwingungssensiblen Bereiche der analytischen Labore sowie räumlich und schwingungstechnisch getrennt die Werkstätten und die Versuchshalle.

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