Campus: Beim OB steht das Telefon nicht mehr still

Von: Stephan Mohne
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Hat gut lachen: Oberbürgermeister Marcel Philipp zieht nach 100 Tagen eine positive Bilanz seiner Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ein bisschen nachdenklich schaut Marcel Philipp auf seine Tasse und murmelt mehr zu sich selbst: „Ich trinke hier viel mehr Kaffee, als ich mir vorgenommen hatte.” Dann wendet er sich den Journalisten zu, die aus einem besonderen Anlass ins Rathaus gekommen sind: Der neue Oberbürgermeister ist 100 Tage im Amt.

Traditionell ist das eine - von Journalisten erfundene - Marke, an der eine erste Bilanz gezogen wird. Und Philipp hatte es in diesen 100 Tagen mit echten „Krachern” zu tun - Campus und Haushalt etwa. Im Plauderton erzählt der 39-jährige Christdemokrat, dass er mit vielen Entwicklungen zufrieden ist - und dass es anderswo noch hakt. Beispiele:

Thema Campus: Der entscheidende Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan musste rasch gefasst werden. Er wurde rasch gefasst. „Wie wichtig das war, zeigt sich nun”, sagt Philipp. Während bald der erste Spaten in die Melatener Erde gestochen wird, steht beim OB das Telefon quasi nicht still. „Unglaublich viele Interessenten melden sich”, bilanziert er. Die Stadt vermittelt dann Richtung Campus GmbH. Besagte Interessenten seien potente Unternehmen, aber auch Projektentwickler. Die Zahl von 88 „Startern” im Campus dürfte mittlerweile schon höher liegen, meint Philipp.

Thema Haushalt: Da gibt es auf Sicht kaum Positives zu vermelden angesichts eines 60-Millionen-Lochs. Derzeit erarbeite man zusammen mit allen Mitarbeitern Sparvorschläge. Bevor 2011 der RP möglicherweise das Etatruder übernimmt, will die Stadt ihre Eigenregie noch bestmöglich nutzen, sagt Philipp. Beispiele für Sparansätze nennt er immer noch nicht, sagt nur soviel: „Es gibt schon sehr gute Ideen.”

Thema Kaiserplatz: Da sei man erfreulicherweise einen Schritt weiter. Der Erfolg der ersten Maßnahmen von Stadt und Polizei sei sichtbar, eine Normalisierung werde sich längerfristig einstellen.

Thema Städteregion: Marcel Philipp hatte gleich an seinem ersten OB-Tag den Führungsanspruch der Stadt untermauert. Doch das mag im neuen kommunalen Konstrukt längst nicht jeder unterschreiben - wie Städteregionsrat Helmut Etschenberg in seinem „100-Tage-Interview” in dieser Zeitung. Philipp versucht, diplomatisch zu bleiben: Sicher gebe es einige Dinge, „die sich nicht so entwickeln wie gedacht”. Es gebe eine ganze Liste von Themen, bei denen das diskutiert werde. Der Städteregionsrat habe andererseits natürlich „auch eine Verantwortung gegenüber den anderen Gemeinden”. Dass das Oberzentrum eine besondere Rolle spiele, betont der OB aber noch einmal.

Thema Alemannia: Bisher hat Marcel Philipp zum Spitzengespräch vergangene Woche geschwiegen. Jetzt sagt er: „Wir haben die Alemannia auch bisher schon unterstützt.” Und man werde weiter zusammenarbeiten. Der OB betont aber auch: Einen „Zusatzbonus” über das hinaus, was andere Vereine erhalten, werde es nicht geben. Gleichwohl wird geprüft, ob es andere Möglichkeiten der Hilfestellung gibt. Ansonsten fehlt dem OB vor allem eines: Zeit. Terminlich eingeengt sei er. Was auch an seinem „Prinzip der offenen Tür” liege. Das will er beibehalten. „Weil ich ein Gefühl dafür bekommen will, was Aachen insgesamt ausmacht.”
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