Campus: Ausstellung von Künstlern der Lebenshilfe

Von: Peter Schopp
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Vernissage von „Kunst am Campus“: Gemeinsam mit den Verantwortlichen des Clusters Smart Logistik eröffneten Künstler mit Handicap die Dauerausstellung. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Ab sofort gibt es einen Grund mehr, dem rasant wachsenden Campus Melaten einen Besuch abzustatten. Im Gebäude des Cluster Logistik am Campus-Boulevard 55-57 ist eine Dauerausstellung zu finden, die gemeinsam vom dort ansässigen Forschungsinstitut für Rationalisierung (FIR) und der Lebenshilfe Aachen Werkstätten & Service GmbH inszeniert und etabliert ist.

Mitglieder der Künstlergruppe der Lebenshilfe Aachen „willsosein“ stellen ihre Werke aus.

„Uns ist die Verbindung von Forschung und Mensch ungeheuer wichtig“, legt Professor Volker Stich, Geschäftsführer des FIR, bei der Eröffnung der Vernissage den Finger in die Wunde. Oft seien die Themen in der Forschung zu abstrakt, um sie gedanklich mit Leben füllen zu können. „Deshalb haben wir das Schlagwort „Industrie 4.0“ zum Anlass genommen, unsere theoretische Forschung mit den konkreten Gedanken der jungen Künstler von „willsosein“ zu konfrontieren.“

Im Idealfall sei dies für alle Beteiligten anregend, meint auch der Geschäftsführer der Lebenshilfe Aachen Werkstätten & Service GmbH, Norbert Zimmermann. „Die vierte industrielle Revolution haben wir zum Anlass genommen, Gedanken, Empfindungen und Ängste in Kunst umzusetzen“, spricht er für die Gruppe.

Die hohe Sensibilität dieser Menschen mit Handicap erlaubt ungewöhnliche Ausdrucksformen ihrer Gefühle. Ganz unterschiedliche Arten von Bildern entstehen. In einer launigen und sehr unterhaltsamen Rede stellt der künstlerische Begleiter des Projektes, Dr. Bernd Schartmann, die anwesenden Mitglieder der Gruppe vor und zeigt auf, wie sich der Einzelne beim Schaffen eines Bildes gibt und vorgeht.

Thomas Hieber, Lars Otten, Sürejja Durovska, Jürgen Kirschbaum und Natalie Nießen stellen ihre Kunstwerke in den beeindruckenden Räumen des Entreprise Integration Center (EICe) aus und freuen sich sowohl über Besucher als auch über Kaufinteressenten. „Denn wir möchten über den Verkauf der Bilder Geld einnehmen, welches den weiteren Unternehmungen der Kunstgruppe in der Lebenshilfe Aachen zu Gute kommt“, eröffnet Norbert Zimmermann den (Kauf-)Reigen. Die erworbenen Werke werden in Zukunft dann immer durch neue Kreationen ersetzt.

Die Mitglieder von „willsosein“ arbeiten täglich von morgens bis nachmittags in ihrer Werkstatt am Hergelsmühlenweg, wobei für Zimmermann mit Werkstatt kein Ort gemeint ist, sondern vielmehr ein System zur Hilfe.

Die Lebenshilfe ist aber nicht nur Mitglied im FIR, sondern hat auch gleich das Congress-Catering des Hauses übernommen. Ein Mitglied der Lebenshilfe ist seit eineinhalb Jahren für die Versorgung vor Ort verantwortlich, was nicht nur ihn stolz macht. „Er ist so ein kleines bisschen die gute Seele des Hauses geworden“, berichtet der Geschäftsführer des EICe, Ralf Vinzenz Bigge.

Menschen mit Handicap in die Mitte der Gesellschaft holen, das ist schlussendlich das Ziel. Der 29-jährige Adam Ruczynski ist ein gutes Beispiel dafür, wie es gehen kann. „Ich bin froh, hier arbeiten zu können mit Gästen aus der ganzen Welt“, schildert er seine Tätigkeit. „Bei Konferenzen oder anderen Veranstaltungen kommt das Essen vom Café Life der Lebenshilfe. Das bereite ich dann hier vor Ort zu und bewirte die Gäste.“

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