Campingplatz: Polizei erhöht den Druck

Von: Robert Esser
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„Schon bezahlt?“ Höchstens drei Übernachtungen in Folge sind auf dem Aachener Campingplatz erlaubt – natürlich gegen Gebühren. Im Hintergrund steht noch einer der neu- und hochwertigen Wohnwagen der Wanderarbeiter-Gruppe am Branderhofer Weg. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Die Polizei hat Mittwochnachmittag erneut Wohnwagen von irischen Wanderarbeitern auf dem Aachener Campingplatz am Branderhofer Weg unter die Lupe genommen. Mit mehreren Streifenwagen rückten die Beamten an, überprüften Personalien und Fahrzeugpapiere.

Bis zu 50 Wanderarbeiter hatten in den vergangenen Wochen mit ihren Caravans, Pkw und Baufahrzeugen das Campingareal der städtischen Kur- und Badegesellschaft (Kuba) belagert. Seitdem gab es dort jede Menge Ärger.

Wegen Schlägereien, Stromdiebstahl, Sachbeschädigungen, illegaler Müllentsorgung, nächtlichen Autorennen und Ruhestörungen liegen den Behörden mehrere Beschwerden und Strafanzeigen vor. „Wir haben gestern eine weitere Strafanzeige wegen Hausfriedenbruch gestellt“, erklärte Kuba-Anwalt Torsten Peters am Mittwoch. Die meisten der unerwünschten Gäste – die sich tagelang geweigert hatten, den Campingplatz zu verlassen, geschweige denn entsprechende Übernachtungsgebühren zu entrichten – suchten am Dienstag das Weite.

Nur einzelne Wohnwagen, Autos und Transporter der Wanderarbeiter-Gruppe standen noch auf dem Gelände. Der Versuch der Kuba, die Wanderarbeiter per Einstweiliger Verfügung loszuwerden, scheiterte vor Gericht – weil die Identitäten der Personen nicht bekannt waren und Halterabfragen über britische und irische Behörden enorm aufwendig sind.

Nicht nur die Rechtslage scheint undurchsichtig: Vor einigen Tagen hatte die Polizei einen am Rande der Autobahn 44 abgestellten Caravan sichergestellt. Dieser war vor einer Woche vom Betriebshof eines Würselener Wohnmobilhändlers gestohlen worden. Die unbekannten Täter ließen Zugmaschine und Wohnanhänger offenbar zurück, weil das Auto – mit irischem Kennzeichen – eine Panne hatte.

Sie flüchteten unerkannt. Ein weiterer hochwertiger Wohnwagen aus dem Einbruch ist hingegen spurlos verschwunden. Da die Wanderarbeitergruppe mit vielen neuwertigen Caravans auf den Aachener Campingplatz rollte, ergab sich für die Polizei ein weiterer Grund für genaue Überprüfungen. „Ergebnisse stehen noch nicht fest, es wird mit Hochdruck ermittelt“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen auf AZ-Anfrage.

Da die Polizei die zahlungs- und abreiseunwilligen Wanderarbeiter mit ihrem Fuhrpark ohne Gerichtsbeschluss derzeit nicht vom Campingplatz werfen darf, empfahlen die Beamten der Kuba eine andere Strategie: Kuba-Geschäftsführer Werner Schlösser solle den Campingplatz vorübergehend schließen. Nach der Wiedereröffnung hätte die Polizei eine neue Handhabe, um das Hausrecht der Kuba durchzusetzen und gegen Camper vorzugehen, die widerrechtlich auf das Areal rollen, erläuterte Kemen. „Wir sind sofort zur Stelle“, betonte er.

Dem Vernehmen nach wird die Kuba den Platz allerdings nicht schließen. Zum letzten Weihnachtsmarkt-Wochenende sind die 46 Parzellen von auswärtigen Touristen nahezu komplett ausgebucht.

Man erwartet nun, dass die letzten verbliebenen Wanderarbeiter noch abreisen. Und der Platzwart hofft, dass sich die Ankündigung eines der Campingplatz-Besetzer vom Mittwoch als Lüge herausstellt. Der habe nämlich angekündigt, in der Nacht würden 20 neue Arbeiterkollegen aus Irland mit Kind, Kegel und Caravan anreisen, hieß es. In diesem Fall dürfte die Polizei zum nächsten Camping-Besuch ansetzen...

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