Camp Pirotte: Im Frühjahr schwingt die Abrissbirne

Von: Sebastian Dreher
Letzte Aktualisierung:
pirotbild
Bietet ein erbärmliches Bild: Das Gelände von Camp Pirotte ist verfallen, doch inzwischen sind die Weichen auf Neuanfang gestellt. Im Frühjahr starten die Abrissarbeiten. Foto: Michael Japers

Brand. Endlich kommen von dem ehemaligen belgischen Militärgelände Camp Pirotte in Brand gute Neuigkeiten. „Wir konnten am 30. September 2010 den Notarvertrag unterschreiben”, sagt Anette Reinholz, stellvertretende Leiterin des Fachbereichs Immobilienmanagement.

Nach vielen Jahren gehört das an der Nordstraße gelegene Areal nun endlich wieder der Stadt, die es für ein Gewerbegebiet für vorwiegend kleine und mittlere Unternehmen nutzen will.

Der vorherige Besitzer war die Camp Pirotte Grundbesitz GmbH, die das Gelände zwischenzeitlich als Palettenlager, Recyclinghof oder „Paintball”-Spielfeld nutzte. Wenn überhaupt, denn seit einigen Jahren lag die Fläche mehr oder weniger brach.

Die städtischen Mitarbeiter schlugen bei der ersten Besichtigung des Camps die Hände über dem Kopf zusammen. Löcher im Zaun, offene Kanalschächte, Gefahrenquellen allerorts. Es wurde den Beteiligten schnell klar, dass als allererstes die Sicherheit wiederhergestellt werden musste. „Wir sind schon vor Vertragsunterzeichnung tätig geworden”, sagt Reinholz. „Der komplette Zaun wurde erneuert, neue Schlösser wurden angebracht und Kanalschächte verschlossen.” Es wurden sogar Schilder mit Totenköpfen aufgestellt, dazu fährt die Polizei regelmäßig Streife. Diese Maßnahmen sollen vor allem ungebetene Gäste fernhalten. Seit Monaten schon macht das Gelände vor allem durch Brandstiftung von sich reden (wir berichteten).

„Nun können wir endlich mit den Modernisierungsarbeiten beginnen”, freut sich der Brander Bezirksbürgermeister Herbert Henn. Die vorgesehenen Ausgaben von 9,5 Millionen Euro sind im Haushalt der Stadt eingeplant. Das Sanierungs- und Abbruchskonzept für die rund 140.000 Quadratmeter große Fläche erstellt der Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV). „112 Hektar werden gewerblich genutzt, 4,5 Hektar bleiben für die Mischnutzung”, sagt Geschäftsführer Gerhard Kmoch. „Für uns ist das Camp kein hochriskantes Projekt, allerdings fallen große Mengen Abbruch an.” Diese sollen für die Anwohner so erträglich wie möglich entsorgt werden. Gerade die schwermetallhaltigen Schlacken bedürfen besonderer Aufmerksamkeit. „Es gab mehrere Untersuchung von Seiten des Fachbereichs Umwelt”, sagt Kmoch. „Es wurden keine Gefahren festgestellt.”

Alle neu angesiedelten Betriebe sollen einen Zugang vom Gelände her bekommen. „Der Betriebsverkehr wird nicht über die Nordstraße abgewickelt”, sagt Kmoch. Der Großteil der Abbrucharbeiten soll vom Herbst 2011 bis zum Sommer 2012 dauern. Die so genannte Beckerhalle muss allerdings schon vorher dran glauben, wie Reinholz bestätigt. „Frühling 2011 wollen wir mit der Abrissbirne vor der Halle stehen.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert