Aachen - Café van den Daele wachgeküsst

Café van den Daele wachgeküsst

Von: Sarah Sillius
Letzte Aktualisierung:
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Es gibt noch viel zu tun im Café van den Daele. Trotzdem sind die neuen Pächter Bernd und Alexander Kockartz optimistisch. Sie wollen die Aachener wieder in die alten Kaffeestuben locken. Foto: Michael Jasper

Aachen. Noch schläft das Café van den Daele. Kabel hängen von der Decke, der Eingangsbereich steht leer. Noch.

An Ostern werden die traditionsreichen Alt Aachener Kaffeestuben am Büchel wiedereröffnet. „Das Café ist wie ein kleines Dornröschen. Es muss nur wachgeküsst werden”, sagt Alexander Kockartz. Er und sein Vater Bernd Kockartz sind die neuen Pächter. Das Familienunternehmen ist in Belgien für seine Pralinen und Reisfläden bekannt. Dort betreibt es zehn Geschäfte.

Ende des vergangenen Jahres hatte Peter Maier aus persönlichen Gründen den Betrieb des Café van den Daele aufgegeben. Die Erbengemeinschaft begab sich auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger. „Der Reiz für uns war der Name von früher, allerdings waren wir geschockt über den Zustand der Räume”, erinnert sich Bernd Kockartz. Die Idee, ein neues Kapitel in der langen Historie des alten belgischen Cafés mitzuschreiben, überwog schließlich. „Wir wollen die Aachener wieder nach hier holen”, erklärt Kockartz Senior sein Ziel.

Bis dahin gibt es noch viel zu tun. Eine neue Theke soll her und ein modernes Lichtkonzept. Die abgenutzten Oberflächen werden saniert, einige neue Tische und Stühle rücken nach. „Es soll heller und sauberer, aber weiterhin gemütlich sein. Der Charakter des Cafés bleibt erhalten”, sagt Bernd Kockartz. Das Original-Printenrezept des Café van den Daele hat der Kockartz-Clan bereits vom Vorgänger übernommen.

Die Printen werden im Ofen des Hauses gebacken, die übrigen Köstlichkeiten extern produziert. Das war die Voraussetzung für einen neuen Pachtvertrag. „Die Ware kann hier aus lebensmittelrechtlichen Gründen nicht mehr produziert werden”, erklärt Architekt Andreas Elsbroek, der für neuen Glanz im Café sorgt. Schon einmal hat er den Innenraum umgebaut. Das war 1992. Ihm sind die alten Kaffeestuben ans Herz gewachsen. Er steht in engem Kontakt zu den Erben Leo van den Daeles. Elsbroek weiß: „Das Haus zu bewirtschaften, ist sehr schwer.”

Die Unternehmer Kockartz haben eine Summe im sechsstelligen Bereich investiert. Mit der Qualität und Frische ihrer Produkte, einer schönen Atmosphäre und freundlicher Bedienung wollen sie diesen Betrag ausgleichen.

Bernd Kockartz, 63 Jahre alt, entdeckte schon früh die Liebe zur Konditorei und Bäckerei. In vielen Städten, unter anderem in Paris, hat er exklusive Rezepte erlernt, die seiner belgischen Patisserie zu Gute kamen.

Mitglied im Richemont-Club

2003 wurde er in den Richemont-Club aufgenommen - eine besondere Ehre für einen Bäckermeister. Das Café van den Daele kennt der Seniorchef schon lange. „Ich habe Leo Van den Daele noch persönlich die Hand geschüttelt”, erzählt er. Sohn Alexander, 38 Jahre, gehört zur fünften Generation der Bäckerei Kockartz. Der studierte Betriebswissenschaftler bringt das nötige unternehmerische Handwerk mit, um das Café am Büchel mit neuem Leben zu füllen.

Für das Abenteuer, das sein Vater und er wagen, hat er ein weiteres schönes Bild auf Lager: „Das Café van den Daele ist wie ein Schiff, das neue Segel braucht. Dann muss nur noch der Wind kommen.”
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