Café Kontakt knüpft an alte Tradition an

Von: Katrin Haas
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Gesegnet: Alexianer-Geschäfts
Gesegnet: Alexianer-Geschäftsführerin Birgit Boy (links) und Bruder Benedikt (Mitte) weihten das Café Kontakt offiziell ein. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Eine breite Fensterfront zum Innenhof, modern und hell eingerichtet: Das „Café KonTAKT” im Alexianer-Krankenhaus ist in neue und größere Räume umgezogen. Direkt gegenüber dem alten Standort im Innenhof des Alexianer-Krankenhauses - zwischen Alexianergraben und Mörgensstraße - kochen und servieren die Mitarbeiter des Cafés nun auf rund 250 Quadratmetern ihre frischen Gerichte.

„Die neuen Räumen betonen die Vielfalt der Gäste. Das Café Kontakt ist Integration pur”, sagte Birgit Boy, die im April die Geschäftsführung der Alexianer in Aachen von Gesamtgeschäftsführer Andreas Barthold übernahm.

Im Café Kontakt arbeiten Patienten und Klienten mit psychischer Behinderung. Das Angebot richtet sich sowohl an Patienten und Mitarbeiter des Alexianer-Krankenhauses als auch an externe Besucher. „Ich bin dankbar dafür, dass der ,inklusive Gedanke in der Städteregion um sich greift”, sagte Günter Schabram, Sozialdezernent der Städteregion, während der Eröffnungsfeier, zu der rund 100 Gäste kamen.

Bruder Benedikt segnet

Provinzial Bruder Benedikt Ende segnete feierlich die Räume. Die sind bereits die vierte Station für das Café Kontakt. Dort wird es Menschen möglich gemacht, nach einem individuellen Zeitplan wieder in die Arbeitswelt einzusteigen. Die Wiedereingliederung kann auch erst einmal mit einer Stunde pro Tag beginnen, sind Bestandteil eines Programms zur Tagesstruktur oder Teil der „Jobperspektive” des Jobcenters. 60 Personen arbeiten in Küche und als Bedienung, begleitet von drei Ergotherapeuten, einer Hauswirtschaftskraft, einem Koch und weiteren Hilfskräften. Rund 850 000 Euro sind in das neue Café geflossen, die Bauarbeiten dauerten etwa ein Jahr.

Bürgermeisterin Margrethe Schmeer lobte die „vorbildhafte Institution” und regt eine Zusammenarbeit mit dem Experimentiertheater „Mörgens” an, das in direkter Nachbarschaft liegt. Die politischen Aspekte des inklusiven Gedankens betonte Manfred Feuß, Ministerialdirigent im Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales des Landes NRW: „Menschen mit Behinderung müssen das Recht auf faire Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten haben, sie sollen nach Möglichkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Beschäftigung finden.”

Er thematisierte außerdem die Finanzierung der bisherigen Angebote: „Nordrhein-Westfalen wird nicht zu Lasten der Betroffenen sparen. Um die bestehenden Angebote zu sichern, wird sich das Land dafür einsetzen, dass der Bund Kosten übernimmt.” Und auch Gabriele Lapp vom Landschaftsverband Rheinland machte Mut: „Das Aachener Café Kontakt hat im Land durchaus eine Vorreiterrolle übernommen”, erklärte sie.

In einer munteren Gesprächsrunde unter der Moderation von AZ-Redakteur Robert Esser sprachen Mitarbeiter des Cafés über ihre Erfahrungen und die Anforderungen der Arbeit im Café. „Ich möchte das nie mehr missen”, sagte etwa Ellie Wenerus. Und Ida Mesicek strahlte: „Die Atmosphäre macht uns glücklich; man freut sich jeden Tag auf die Arbeit.”

Klaus Kaiser, der Leiter des Cafés, resümierte: „Hier beginnt für viele Menschen ein ganz neues Leben. Man kann Tag für Tag beobachten, dass die passgenauen Hilfen zur Eingliederung in die Arbeitswelt in der Praxis funktionieren.” Jeder Aachener sei eingeladen, sich vor Ort ein Bild davon zu machen. Und zu kosten: „Denn wir bieten hier gute Küche zu ganz kleinen Preisen”, warb Kaiser. Was im Café-Neubau nun allen noch besser schmeckt.
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