Café International: Der Name ist Programm

Von: kaa
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Zusammenhalt in Aachen-Nord: Im Café International treffen sich Menschen aus unterschiedlichen Kulturen. Das Integrationsprojekt besteht seit zehn Jahren. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Bereits um 10 Uhr ist es voll. Immer wieder werden Stühle hereingetragen, immer neue Gäste strömen herein. Im Caféraum bietet sich ein buntes Bild, junge und ältere Menschen aus verschiedenen Nationen sitzen beieinander.

Plätzchen werden gereicht, es gibt Kaffee, Tee oder Saft. Ein bisschen ist es so wie jeden Donnerstag, doch dieser Donnerstag ist etwas besonders, denn für das Café International der Caritas gibt es einen runden Geburtstag zu feiern.

„Hervorgegangen ist die Einrichtung aus einem Stadtteil-Projekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund mit der Aktion Mensch vor zehn Jahren“, erzählt Maria Pashkova von der Integrationsagentur NRW, die das Café betreut. Unterstützung von Menschen mit Migrationshintergrund ist der Arbeitsschwerpunkt. Neben dem Café im Kellergeschoss im Caritas-Haus für Ehrenamt, Familie und Migration in der Scheibenstraße 16 gibt es einen weiteren Raum für Kinderbetreuung und einen Computerraum.

Das Angebot hat sich mit den Jahren erweitert und spricht alle Altersstufen an. Es gibt eine Kooperation mit der Kita „Schikita“, Sprachkurse und Angebote zur beruflichen Qualifikation. Besonders erfolgreich ist das Sprachprojekt Tandem, bei dem sich deutsche Muttersprachlerinnen mit Migrantinnen zusammentun, um Sprache und Kultur der anderen kennenzulernen. Das Angebot ist seit kurzem auch auf Männer erweitert worden.

„Das Café ist im Stadtteil zu einer festen Anlaufstelle geworden“, weiß auch Bettina Künkel von der Caritas, die die Kursangebote koordiniert. Besonders beliebt ist das Frauencafé, das donnerstags von 10 bis 12 Uhr offen steht. In ungezwungener Runde ist es leichter, Schwellenängste abzubauen. Das berichten die Frauen, die das Projekt ehrenamtlich als Stadtteilmütter betreuen, wie die Iranerin Mayram Ghazvinizadeh: „Viele Frauen sind beim ersten Mal oft ängstlich. Für viele sind die zwei Stunden hier ein kleines Stück Freiheit. Sie können Deutsch lernen und sprechen, sich über ihre Sorgen austauschen.“ Die Vielfalt der Kulturen ist dabei kein Hindernis. „Wir sind hier alle Freunde“, sagt Majda Alwan. Sie stammt aus dem Irak und begann vor sechs Jahren, für die Caritas zu arbeiten. Tiekosh Tadullah nickt zustimmend. Sie kommt ebenfalls aus dem Irak, aus dem kurdischen Teil. Was die Frauen im Heimatland trennt, spielt hier keine Rolle.

Glaube an die Zukunft

Die freundschaftliche Atmosphäre zog auch Emilia Brinkmeier in das Projekt. Die gebürtige Polin und studierte Psychologin gibt hier Deutschkurse und konnte sich mit Hilfe der Caritas zur Elternbegleiterin qualifizieren. Finanziert werden die verschiedenen Angebote aus Töpfen des Bistums, der Kommune, des Landes oder der EU. Und die Caritas hilft auch denen, die in Deutschland keine neuen Wurzeln schlagen können. Dann ist Jean Bitimana der Ansprechpartner, der die Rückkehrberatung betreut. „Wir bieten auch berufliche Qualifizierung an, um die Rückkehr zu erleichtern,“ erzählt er.

Inzwischen findet sich im Café kaum noch ein Platz. Ein runder Geburtstag muss schließlich gebührend gefeiert werden. „Ich glaube, durch den Zuspruch, den wir durch die Menschen haben, ist die Zukunft gesichert“, meint Maria Pashkova.

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