Café Einstein: Zur Gage gibt es oft Kost und Logis frei

Von: Julia Gröbbels
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Bieten der Musikszene eine Bühne: Enzo Alberti und Gabi Kmet vom Café Einstein am Lindenplatz. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Gabi Kmet fiebert dem Herbst entgegen. Denn ab September hat die Mitbesitzerin des Café Einstein eine Reihe hochkarätiger Musiker und Nachwuchskünstler in ihr Café geladen, die die Ohren der Gäste aus Aachen und Umgebung mit handgemachter Musik verwöhnen sollen. Das Café Einstein am Lindenplatz ist mit seinen 31 Jahren bereits ein Urgestein der Aachener Kneipenszene.

Die Musik hat allerdings erst vor zehn Jahren, gemeinsam mit Gabi Kmet, Einzug in die Kneipe gehalten, die sich seither mit Fug und Recht „Musikkneipe“ nennen darf. Geschäftspartner der Musikfreundin ist Enzo Alberti.

So hat Kmet beispielsweise auch das Lindenplatzfest ins Leben gerufen, ein Open-Air-Musikfest, das es aufgrund des hohen organisatorischen Aufwandes und mangelnder Lukrativität seit einigen Jahren leider nicht mehr gebe. Dennoch habe sie die Anzahl der Konzerte aufgrund der hohen Nachfrage in den letzten Jahren deutlich aufgestockt, so Kmet. „Inzwischen findet in der Wintersaison von September bis April jeden Samstag ein Konzert statt“, sagt sie.

Dass Kmet ein Faible für „gute Musik“ hat, merkt man auch an ihrem Einsatz im Vorfeld der Konzerte: „Bevor bei uns ein Konzert stattfindet, hänge ich teilweise selbst die Plakate auf“. Aber auch während die Bands, die teilweise aus aller Herren Länder anreisen, sich in Aachen aufhalten, zeigt Gabi Kmet, dass sie Gastgeberin mit Leib und Seele ist. „Die Bandmitglieder übernachten bei mir und ich koche natürlich auch für sie“, erzählt sie. Dabei ist ihre Motivation, die Bands bei sich aufzunehmen, keinesfalls nur monetärer Natur. „Ich finde es unheimlich spannend, die Musiker persönlich kennenzulernen, denn häufig haben diese Menschen interessante Geschichten zu erzählen“, sagt Kmet. Gelegenheit für ein ausgiebiges Kennenlernen gebe es ausreichend, wenn man – im platonischen Sinne – „Tisch und Bett“ teilt.

Besonders in Erinnerung geblieben sei ihr der Besuch eines virtuosen Kontrabassisten aus New York, der sich bei seinem ersten Spaziergang durch die Aachener Innenstadt auf den ersten Blick in die Kaiserstadt verliebt hat.

Viele Bands, die von außerhalb nach Aachen kommen, locken nicht nur Stammgäste, sondern Gäste jeden Alters aus dem Umland an. „Dann entsteht hier im Café Einstein ein unvergleichliches Großstadt-Flair, das unsere Gäste, aber auch uns selbst in seinen Bann zieht und uns zeigt, dass die Bands das Bild des Café Einstein entscheidend und positiv mitprägen“, so die Mitinhaberin.

Förderung der Musikkultur ist nicht immer einfach, für Gabi Kmet aber eine Herzensangelegenheit. Und deshalb steht für sie außer Frage: „Musik gehört ins Café Einstein.“ Und das weit über den kommenden Herbst hinaus. Ganz bestimmt.

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