Aachen - Buttersäureanschlag auf Aachener Hotel

Buttersäureanschlag auf Aachener Hotel

Von: stm
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Anschlag auf Drei-Sterne-Hotel an der Friedlandstraße: Im Glas der Eingangstür klafft ein Loch. Die Polizei ermittelt jetzt auch, ob es einen politischen Hintergrund der Tat Foto: Ralf Roeger

Aachen. Der Gestank von Buttersäure ist ebenso markant wie penetrant. Denn Buttersäure macht wesentlich den Gestank von ranziger Butter oder auch Erbrochenem aus. Genau so roch es Donnerstagmorgen im Eingangsbereich eines Hotels an der Friedlandstraße.

Auf das Drei-Sterne-Haus in der Nähe war ein Anschlag mit der Chemikalie, die eigentlich Butansäure heißt, verübt worden.

Radikale Vorgehensweise

Der Täter oder die Tätergruppe ging dabei ziemlich radikal vor. Eine doppelt verglaste Eingangstüre des Hotels wurde zerschlagen. Offenbar wurde die Chemikalie danach ins den Hausflur gekippt. Oder sie wurde auf einer Fußmatte verteilt, die dann in den Hausflur geworden wurde.

Die Feuerwehr rückte mit zahlreichen Kräften unter Leitung von Adelbert Zieger an. Mit eigenen Geräten konnte die Chemikalie allerdings zunächst nicht nachgewiesen werden. Das Ordnungsamt, das Umweltamt und die Polizei machten sich ebenfalls auf zur Einsatzstelle. Hotelgäste wurden von der Feuerwehr aus dem Haus geführt. Die Helfer konnten allerdings nicht viel mehr tun, als die Fußmatte, mehrere Sofakissen und einen Ascheimer in Tüten zu verpacken und abzutransportieren. Die Spurensicherung der Polizei nahm schließlich die Arbeit auf. Ebenso die Kripo und möglicherweise der Staatsschutz.

Denn bei diesem Anschlag erscheint ein politisches Motiv als ziemlich wahrscheinlich. An dem Hotel, das sein Besitzer schon länger verkaufen will, hatte die NPD öffentlich per Internet Interesse bekundet. Angeblich will man das Haus kaufen, um es für Schulungs- und Tagungszwecke zu nutzen. Ob das allerdings der Wahrheit entspricht, ist derzeit noch unklar.

Dieser Tage sollen sich jedenfalls einige Rechtsextreme in dem Hotel getroffen haben. Ob der oder die Täter von der Friedlandstraße möglicherweise aus dem linken Spektrum kommen, wird die Polizei nun zu ermitteln haben. Dass Aachen zu einem Zentrum von Auseinandersetzungen zwischen Rechts- und Linksextremen werden könnte, befürchtet die Polizei derzeit nicht. Die Fallzahlen seien nicht höher als in anderen Landesteilen auch.

Bereits vor wenigen Tagen hatte es einen Buttersäureanschlag gegen ein italienisches Restaurant am Bahnhofsplatz gegeben Dort allerdings könnte der Hintergrund eher in Nachbarschaftstreitigkeiten liegen. Trotzdem ermittelt die Polizei auch, ob es Zusammenhänge zum gestrigen Geschehen geben könnte. Im Juni gab es einen Anschlag mit Epoxidharz auf ein Restaurant am Hühnerdieb in der Innenstadt. Zu diesem Anschlag hat die Polizei derzeit noch keine Hinweise auf den oder die Täter.
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