Bustickets sollen gleich zwei Mal teurer werden

Von: Stephan Mohne
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Der gute Einstieg wird 2013 und 2014 in zwei Stufen teurer: Ab April sollen die Ticketpreise fürs Busfahren um 3,6 Prozent und ab April 2014 nochmals um 3,3 Prozent angehoben werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Alle Jahre wieder: Wenn im Beirat des Aachener Verkehrsverbunds (AVV) – in der Stadt Aachen übernimmt diese Funktion der Mobilitätsausschuss – das Thema „Tarifanpassungen“ auf der Tagesordnung steht, dann wissen Politiker wie Öffentlichkeit, was die Stunde geschlagen hat. Denn dieses Thema bedeutet übersetzt: Busfahren soll teurer werden.

Eigentlich könnte es ja auch bedeuten, dass die Preise gesenkt werden. Doch das ist, wenn überhaupt, seit einer Ewigkeit nicht mehr geschehen. Und so wird es wohl am kommenden Donnerstag, wenn der Beirat tagt, wieder heißen: Preise rauf. Und zwar nicht nur einmal, sondern gleich zweimal. Denn beraten wird über eine Erhöhung in zwei Schritten. Zum 1. April dieses Jahres sollen die Tickets im Schnitt um 3,6 und am 1. April 2014 noch einmal um durchschnittlich 3,3 Prozent teurer werden.

Wobei die Steigerungen bei manchen Fahrscheinen deutlich höher ausfallen, bei anderen geringer. So sollen zum Beispiel die Einzelfahrscheine für Kinder dieses Jahr nicht teurer werden. Dagegen will der AVV noch einmal deutlich an das City-XL-Ticket heran, dass einst als „Ein-Euro-Ticket“ proklamiert wurde. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich die Meinung durchgesetzt, dass der Spezial-Innenstadttarif in Aachen einfach zu viele rote Zahlen mit sich bringt. Also wurden 1,40 Euro aus vordem einem Euro. Nur wer eine Viererkarte kaufte, kam noch in den Ein-Euro-Genuss, denn sie kostete bis dato eben vier Euro.

Jetzt soll das Einzelticket 20 und die Viererkarte 30 Cent pro Fahrt teurer werden. Das entspricht Steigerungen um 14 beziehungsweise 30 Prozent. 2014 soll es dann noch einmal um 10 beziehungsweise 20 Cent teurer werden (plus 6 bzw. 15 Prozent)

Gestaffelte Aufschläge

Bei den Bartarifen soll die Kurzstrecke weiter 1,60 Euro kosten, Die Stufen 1 bis 4 sollen 2013 gestaffelt zwischen 5 und 30 Cent teurer werden. Stufe 1 würde beispielsweise 2,55 statt 2,50 Euro kosten. 2014 soll es einen weiteren gestaffelten Aufschlag zwischen 10 und 30 Cent geben. Stufe 1 kostet dann 2,65 Euro. Einzelfahrscheine werden pro Jahr rund fünf Millionen verkauft, was einer Einnahme von etwa 14 Millionen Euro entspricht.

Noch etwas mehr bringt die Abo-Monatskarte für Erwachsene, die rund 17 Millionen Euro in die Kasse spült. Sie soll zunächst je nach Stufe zwischen zwei und 6,30 Euro teurer werden. 2014 klettern die Preise noch einmal zwischen 1,90 und 5,30 Euro. Ein weiterer großer Einnahmeposten ist das über 40 000 Mal gekaufte School&Fun-Ticket, das eine Einnahme von über 19 Millionen Euro bringt. Selbstzahler sollen dafür ab 1. April 24,95 statt 24 Euro berappen, ab April 2014 dann 25,90 Euro – um nur einige Beispiele zu nennen.

Die Gesamteinnahmen sollen so in diesem Jahr von derzeit 87 auf 90,1 Millionen Euro gesteigert werden, 2014 sollen sie dann auf 93,1 Millionen Euro klettern. Begründet wird die laut AVV „moderate Preisanpassung“ mit mehreren Faktoren. Darunter seien steigende Kosten bei Personal wie auch Energie und Treibstoff. Die schlechte Haushaltslage der Kommunen sowie die Minderung oder Deckelung der Zuschüsse aus Bund und Land verschlechterten überdies die wirtschaftliche Lage des ÖPNV. Als soziale Komponente sollen dennoch die Preise für „Mobil-Tickets“, School&Fun-Tickets für Zuschussberechtigte und eben Kindereinzelkarten unangetastet bleiben.

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