Burtscheid - Burtscheider IG reklamiert viele „Baustellen”

Burtscheider IG reklamiert viele „Baustellen”

Von: Hans-Peter Leisten
Letzte Aktualisierung:

Burtscheid. Burtscheid ist ein schöner Stadtteil. Einer mit historischen Gebäuden, vielen Wohnvierteln, mit Geschäften, Parks und einer Fußgängerzone. Und da passt es, dass die Burtscheider aktiv am Erscheinungsbild ihres Stadtteils mitwirken.

Ob nun in der Interessengemeinschaft der Burtscheider Vereine oder in der BIG. Diese drei Buchstaben stehen für Burtscheider Interessengemeinschaft und repräsentieren so etwas wie den Dachverband der Geschäftsleute. Naturgemäß schauen die Händler mit anderen Augen auf die Zustände in ihrem Stadtteil, die ihnen zurzeit allerdings Tränen in selbige treiben. „Das Kurviertel verkommt”, fasst Axel Bräutigam, einer der beiden Vorsitzenden der BIG, die Zustände zusammen. Eine Behauptung, die er beim Rundgang durch den Stadtteil an vielen Stellen belegen kann.

Schon der Vorplatz der Kurparkterrassen, zentraler Veranstaltungsort in Burtscheid, gleicht einem ungewollten Mosaik aus Bruchstücken. Und schon hier sagt Axel Bräutigam, was er an vielen anderen Stellen wiederholt: „Man muss hier leider eine erhebliche Verletzungsgefahr für Passanten feststellen.” Passanten, die zum großen Teil in den Burtscheider Kliniken nach Operationen wieder auf die Beine kämen, auf Rollatoren oder Gehstützen angewiesen seien. 80 Prozent der Kurgäste sind Reha-Patienten. Und beim Vorplatz sieht Bräutigam die Stadt in der Verkehrssicherungspflicht.

Gleiches gilt auch, wenn man wenige hundert Meter weiter die Fußgängerzone im Bereich Burtscheider Markt betritt. Die Zahl der losen Steine ist schnell im dreistelligen Bereich. Asphaltflicken sorgen für zweifelhafte Abwechslung.

Doch darauf achtet der Besucher im ersten Moment gar nicht, weil der Thermalbrunnen am unteren Beginn der Hauptstraße die Blicke auf sich zieht. Weil er im oberen Bereich von Plastikfolie und Klebeband umgeben ist, damit sich die Platten nicht lösen. Eine Maßnahme, die im Bereich des Brunnenbeckens überflüssig ist - weil viele Platten bereits abgefallen sind. Immerhin - das Thermalwasser aus dem Burtscheider Untergrund fließt noch.

Die Zustände im Kurmittelzentrum sind nicht unbekannt. „Vor zwei Jahren gab es bereits einmal einen runden Tisch mit den Fraktionen und es herrschte parteiübergreifend Konsens, dass etwas getan werden muss”, erinnert sich der BIG-Vorsitzende. Aber auch daran, dass Ende letzten Jahres alle Maßnahmen zurückgestellt wurden: „Es gebe in Aachen eine andere Prioritätenliste, sagte man uns...”

Axel Bräutigam, der stellvertretend für die BIG spricht, kann weitere Makel in Burtscheid aufzählen: ungepflegte Baumscheiben auf dem Kapellenplatz, wilde Graffiti am Ferberpark, Hundekot und die vielen Radfahrer, die viel zu schnell - weil unkontrolliert - durch die Fußgängerzone fahren. Immerhin Missstände, die relativ leicht zu beseitigen sind.

Aber die BIG fühlt sich in ihrem Engagement alleine gelassen. „Wir wollen unseren Stadtteil nach außen noch bekannter machen, doch dazu muss etwas passieren”, sagt Axel Bräutigam. Denn auch er ist ganz fest von der Einschätzung überzeugt: Der Stadtteil Burtscheid ist viel zu schön, um ihn nicht intensiver zu pflegen.
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