Aachen - Burtscheider Einzelhandel schlägt Alarm

Burtscheider Einzelhandel schlägt Alarm

Von: Robert Esser
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Objekt der Begierde: Ein Investor will den Parkplatz an der Viehhofstraße bebauen, benachbarte Geschäftsleute wehren sich. Foto: Michael Jaspers

Aachen. In heller Aufregung schlägt der Burtscheider Einzelhandel Alarm. Den Geschäftsleuten ist zu Ohren gekommen, dass ein Investor den stark frequentierten Parkplatz zwischen Viehhofstraße und Ferberpark bebauen will - was die Stadtverwaltung auf AZ-Anfrage bestätigte.

Die Rede ist von einem Apartmenthaus für betreutes Wohnen, von einem Supermarkt und einer Tiefgarage. Thematisieren will man die Entwürfe und Pläne für das rund 5000 Quadratmeter große Areal auf der nächsten Sitzung des Liegenschaftsausschusses Anfang September. Doch die CDU winkt jetzt schon ab.

Kurt Kuippers, Inhaber eines Zeitungsgeschäftes am Burtscheider Markt, ist entsetzt. „Wenn dieses Vorhaben realisiert wird, trifft das die Einzelhändler hier hart. Vor allem der Parkplatz ist für uns ungeheuer wichtig”, sagt der Geschäftsführer der Burtscheider Interessengemeinschaft (BIG).

„Man sieht am Parkdeck Kleverstraße, das kaum genutzt wird, weil sich die Leute dort nicht sicher fühlen, dass wir den Parkplatz auf der Viehhofstraße genauso brauchen, wir er ist. Offen und leicht zugänglich”, betont Kuippers. Friseur Hubert Pauquet stimmt zu: „Die Leute können doch heute schon kaum noch parken! Wenn der Parkplatz an der Viehhofstraße wegfällt, werde ich ganz sicher Kunden einbüßen.”

Roland Reinehr ärgert sich in seiner Parfümerie seit Jahrzehnten: „Damals hat man uns durch die neue Verkehrsführung und die Fußgängerzone vom Kundenstrom abgeschnitten. Das jetzt wäre wieder ein herber Schlag”, sagt er. Marie-Rose Herzet macht sich im Schokoladengeschäft einige Häuser weiter Sorgen um das Einkaufsflair im Herzen Burtscheids mit vielen Inhaber-geführten Läden: „Wo gibt es das denn sonst noch in Aachen? Die Supermärkte haben doch schon fast überall die kleinen Geschäfte verdrängt.

Diesen Fehler darf man in Burtscheid nicht wiederholen”, mahnt sie. Henk Collard stimmt nebenan im Käsegeschäft zu: „Die Infrastruktur Burtscheids braucht keinen weiteren Supermarkt, auch keine Tiefgarage. Ohne Parkplätze geht der Fachhandel zugrunde.” Obst- und Gemüseverkäufer Norman Tayebi spricht aus, was viele fürchten: „Wenn dieses Projekt kommt, können wir einpacken. Das macht die Fußgängerzone kaputt. Geschäfte werden ohnehin geschlossen: ein Restaurant, der Juwelier, bald ein Fotoladen.”

CDU-Fraktionschef Harald Baal kennt das Bauvorhaben und die Sorgen der Burtscheider Geschäftswelt. „Es handelt sich bei dem Parkplatz um ein städtisches Grundstück, das 1999 schon einmal verkauft und bebaut werden sollte”, erinnert der Vorsitzende es Planungsausschusses. „Das haben wir damals verhindert und wollen das auch diesmal so handhaben”, stellt er klar. „So ein Grundstück verballert man nicht, um dann einfach einen Supermarkt draufzusetzen”, sagt Baal. Man werde nun erstmal ein neues Verkehrskonzept und die generelle Rahmenplanung für Burtscheid angehen. Was nicht heißt, dass grundsätzlich alles beim Alten bleibt.
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