„Burtscheider Brücke“ als Wohnquartier

Von: Oliver Schmetz
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Direkt an der Burtscheider Brücke sollen 170 Wohnungen für Familien und Studierende entstehen – 30 Prozent davon öffentlich gefördert. Foto: kadawittfeldarchitekten
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„Markante Stadtkante“ am Bahndamm: Gegenüber dem Bahnhof sollen die Wohnungen entstehen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Während direkt neben dem Hauptbahnhof das Großvorhaben „Blue Gate“ nach den Abrissarbeiten erst einmal wieder ins Stocken geraten ist, fällt auf der anderen Seite der Bahngleise der Startschuss für ein größeres Wohnprojekt – zumindest was das Planverfahren angeht.

Am kommenden Donnerstag, 9. März, berät die Politik im städtischen Planungsausschuss erstmals und nichtöffentlich über die Pläne der Aachener Architekturbüros „kadawittfeld“ und Marcus Vonhoegen für 170 neue Wohnungen auf insgesamt 9000 Quadratmetern Wohnfläche am Bahndamm auf Burtscheider Seite.

Neuer Fuß- und Radweg

Das Projekt, das die Herzogenrather „Beginen Vermögensverwaltung“ als Bauherrin stemmen will, trägt den zweifellos naheliegenden Namen „Burtscheider Brücke“ und will das Quartier nicht nur um neuen Wohnraum, sondern auch um einen neuen Verkehrsweg bereichern. Denn zu den Plänen gehört, dass von der Burtscheider Brücke aus oberhalb der Bahngleise ein Fuß- und Radweg entlang der Hangkante angelegt wird.

Im Idealfall endet er in Zukunft einmal an einem neuen Südeingang des Hauptbahnhofs – falls diese seit Jahrzehnten diskutierte Idee einer Anbindung des Verkehrsknotenpunkts an Burtscheid tatsächlich einmal in die Tat umgesetzt werden sollte. Ein weiterer Zugang zu dem neuen Wohnquartier könnte auch durch den Bunker an der Kasinostraße geschaffen werden, auf dem wie bereits berichtet der Bau eines Penthouse geplant ist.

Bebaut werden soll zwischen Bahngleisen, Burtscheider Straße und Kasinostraße etwas mehr als die Hälfte eines rund 5700 Quadratmeter großen Grundstücks. Geplant ist dabei ein L-förmiger Gebäuderiegel zur Bahnlinie hin und ein weiteres kleineres Gebäude im Innenhof. Entstehen soll dort ein Mix aus Wohnungen für Familien, öffentlich gefördertem Wohnungsbau und Studentenappartements.

Optisch will Architekt Gerhard Wittfeld eine „neue markante Stadtkante entlang des Bahndamms“ und ein adäquates Gegenüber für den Hauptbahnhof erschaffen. Im städtischen Architektenbeirat wurden diese Pläne bereits begutachtet und für gut befunden. „Der Beirat hat das Projekt total positiv gesehen“, freut sich Wittfeld darüber, dass insbesondere die ungewöhnliche Anordnung der Geschosshöhen an der Außenseite als qualitativ hochwertig angesehen wurde. Die Zahl der Geschosse variiert dort nämlich zwischen vier und sieben, das Gebäude im Innenhof ist niedriger.

„Im Grunde geht es um die Frage, wie man in der Stadt wohnen kann“, sagt Wittfeld und meint mit Blick auf die Nähe zum Bahnhof damit auch das Thema Mobilität. Zu diesem gehören auch Parkplätze, die in einer Tiefgarage untergebracht werden sollen. Wie viele, stehe noch nicht fest, sagt die ehemalige CDU-Fraktionschefin Maike Schlick, die bei „kadawittfeld“ als Projektleiterin für das Vorhaben verantwortlich ist. „Wir wollen noch einen Verkehrsgutachter beauftragen, um den Stellplatzbedarf zu ermitteln.“

Zeit dürfte dafür genügend vorhanden sein. Das Planverfahren beginnt gerade und dauert zwischen eineinhalb und zwei Jahren. „Es wäre schön, wenn wir Ende 2018 anfangen könnten“, sagt Schlick. Vielleicht erleben die Betrachter ja in den nächsten Jahren zwischen „Blue Gate“ und „Burtscheider Brücke“ ein Wettrennen auf beiden Seiten der Bahnlinie.

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