Burtscheid: Kleine Baustelle verursacht großes Verkehrschaos

Von: Oliver Schmetz
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Kleine Baustelle, großes Chaos: An der Adenauerallee buddelt die Stawag, weswegen nebenan der Verkehr zusammenbricht. Foto: Andreas Steindl
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Staufalle: Auf der Karl-Marx-Allee knubbelte sich das Blech. Mancher Autofahrer verlor in der Umleitung 40 Minuten. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Das Loch in der Straße misst gerade einmal ein paar mickrige Meter, doch das Blech staut sich deswegen auf Kilometern. Kleine Baustelle, großes Verkehrschaos: Auf diesen kurzen Nenner lässt sich das bringen, was man derzeit vor allem im morgendlichen Berufsverkehr in Teilen Burtscheids beobachten kann.

Denn seit die Stawag am Dienstag auf dem Außenring direkt vor dem Sportplatz an der Adenauerallee begonnen hat zu buddeln, brodelt in vielen Autofahrern der Ärger. Weil dort derzeit die Hausanschlüsse für die geplante große Flüchtlingsunterkunft auf dem Fußballplatz verlegt werden, ist der Außenring kurz hinter der Kreuzung Siegel in Richtung Trierer Straße zwischen der Einmündung Kalverbenden und dem Hotel Buschhausen gesperrt.

Die Autofahrer werden deshalb in eine Umleitung geschickt: vom viel befahrenen Ring aus als Linksabbieger (!) in die schmale Wohnstraße Kalverbenden hinein, dann durch die Rathenauallee und schließlich wieder rechts hinauf über die Karl-Marx-Allee zum Hotel Buschhausen, wo es links wieder auf die Adenauerallee geht.

Oder besser gesagt: gehen sollte. Denn an den ersten beiden Tagen der neuen Verkehrsführung ging insbesondere im Berufsverkehr zeitweise überhaupt nichts mehr. Die Idee, tausende Fahrzeuge vom Außenring aus mitten durch ein Wohngebiet zu leiten, scheiterte im Praxistest grandios – und das vor allem, weil sich der Verkehr an der Ampelkreuzung Karl-Marx-Allee/Adenauerallee schier endlos zurückstaute. Dass dort nahezu alle umgeleiteten Fahrzeuge nach links abbiegen würden – eben zurück auf den Ring in ihre ursprüngliche Fahrtrichtung –, hatten die Verkehrsplaner offenbar nicht so recht bedacht.

Jedenfalls war die Ampelschaltung weder am Dienstag noch am Mittwoch spürbar den geänderten Verkehrsverhältnissen angepasst worden – was viele Autofahrer, die sich in der AZ-Lokalredaktion meldeten, erzürnte. Ein Leser berichtete beispielsweise, dass er alleine für die Bewältigung der kurzen Umleitungsstrecke rund 40 Minuten benötigt hätte. Das entspricht ungefähr dem Zeitverlust, den ein acht Kilometer langer Stau auf der Autobahn verursacht.

Ein anderer monierte, dass gleich in der Nähe in der St.-Vither-Straße ebenfalls eine Baustelle den Verkehr behindere und der Außenring außerdem am Brüsseler Ring komplett gesperrt sei: „Wieso macht man das gleichzeitig?“ Und wiederum andere fragten sich, warum man nicht eine provisorische zusätzliche Linksabbiegerspur von der Karl-Marx-Allee auf die Adenauerallee eingerichtet hat, um die katastrophale Verkehrssituation zumindest zu entzerren.

Laut Stawag soll die Baumaßnahme am kommenden Freitag, 26. Februar, beendet werden. „Vielleicht werden wir aber auch früher fertig“, hofft Stawag-Sprecherin Eva Wußing. Darauf allerdings will man sich bei der Stadt, die für die missglückte Verkehrsplanung verantwortlich ist, nicht verlassen. Auch bei der Verwaltung klingelte am Mittwoch nämlich häufig das Telefon – am anderen Ende der Leitung erboste Autofahrer und vom Dauerstau vor ihrer Türe entnervte Anwohner.

„Wir überprüfen das“, erklärte Rita Klösges vom städtischen Presseamt am Mittwoch auf AZ-Anfrage. „Zurzeit wird an einer tragfähigen Lösung gearbeitet.“ Denn man habe erkannt: „Die Verkehrsflüsse waren nicht so wie erwartet“ – obgleich die Autofahrer ja eigentlich nur den Umleitungsschildern gefolgt waren. Immerhin: Bereits am Donnerstag im Laufe des Tages will die Stadt laut Klösges die Verkehrsführung „optimieren“ – was allerdings auch bedeutet, dass die Autofahrer heute Morgen in Burtscheid noch einmal das Chaos erwarten dürfte.

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