Buntes Ferienprogramm beim Müttercafé des Kinderschutzbundes

Von: Johannes Leitner
Letzte Aktualisierung:
12460977.jpg
Ferienaktion des Müttercafés: Britta Mohr (Müttercafé), Eva Wußing (Stawag) und Andrea Weyer (hinten von links, Kinderschutzbund) stellten das Angebot vor. Foto: Ralf Roeger

Aachen. Sommerzeit ist Ferienzeit. Das bedeutet für viele, die Seele baumeln zu lassen, den Alltag mal etwas anders zu gestalten und vor allem: gemeinsam als Familie etwas zu unternehmen oder in den Urlaub zu fahren. Doch nicht alle Kinder können nach den Sommerferien von einem aufregenden Ausflug oder gar einem Urlaub am Meer erzählen.

In den meisten Fällen liegt das weniger am mangelnden Interesse oder fehlender Bereitschaft der Eltern, sondern vielmehr an den fehlenden finanziellen Mitteln der Familien.

Das Müttercafé des Kinderschutzbundes Aachen ist auch in den Sommerferien, wenn die Struktur des Alltags mit Schule oder Kindergarten wegfällt, als Anlaufstelle und Begegnungsstätte da und hat stets ein offenes Ohr für die Gedanken, Sorgen und Nöte der Mütter und ihren Familien. Zusätzlich bietet die Einrichtung auch dieses Jahr wieder ein vielseitiges Ferienprogramm.

Seit fast zehn Jahren ist dabei die Aseag als Partner mit im Boot und unterstützt diese Aktion mit Bustickets. Insgesamt 20 Gruppentickets überreichte Eva Wußing, Pressesprecherin des Verkehrsunternehmens, um „etwas Gutes zu tun und die Menschen besser zu integrieren“, wie sie erklärte. Und so können vom Treffpunkt Aachen-Arkaden aus Gruppen von circa 50 bis 60 Personen mit Linienbussen zu verschiedenen Ausflugszielen wie dem Kinderspielplatz in Kerkrade, dem Freizeitgelände Walheim oder auch dem Alsdorfer und Aachener Tierpark fahren.

Doch getreu dem Motto „Aachen, meine Wahlheimat“ stehen ebenfalls eine Stadtführung für Kinder und ein Picknick im Kennedypark oder auch ein Besuch des Ferberparks auf dem Programm. „Auch diese Kinder haben am Ende der Ferien etwas zu erzählen“, meint Andrea Weyer, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes.

Gerade die Ausflüge in die Niederlande bieten die Möglichkeit, etwas Neues und Aufregendes kennenzulernen, denn auch den Kindern fällt auf, dass beispielsweise die Straßenschilder oder die Architektur anders sind als in Deutschland. Durch dieses reichhaltige Programm können auch sozial schwächere Familien „teilhaben an dem, was Leben bedeutet“, wie Britta Mohr, Bereichsleiterin des Müttercafés, formulierte.

Das Müttercafé existiert in dieser Form bereits seit 2002. Derzeit nutzen etwa 250 Mütter mit ihren Kindern regelmäßig das Angebot. Von Montag bis Donnerstag ist der Standort Ost in der Düppelstraße geöffnet, freitags steht der Standort Nord in der Passstraße zur Verfügung. Während der Öffnungszeiten ist es ausschließlich Müttern und ihren Kindern erlaubt, sich in den Räumen aufzuhalten, auch das Personal ist ausnahmslos weiblich. Die Mitarbeiter verfügen alle über eine fundierte Ausbildung und sind keine Ehrenamtler. Deswegen ist die Einrichtung trotz der städtischen Finanzierung dennoch auf Spenden angewiesen. Ein gutes Beispiel bildet da die erwähnte Zusammenarbeit mit der Aseag. „Ohne die Tickets wäre die Ferienaktion nicht möglich“, betonte Mohr.

Durch die politischen Veränderungen der letzten Jahre ist gerade die Arbeit mit Flüchtlingen ein zentraler Bestandteil geworden. So werden mit den Besuchern des Müttercafés Anträge und Formulare ausgefüllt und Behördengänge erledigt, damit diese sich im Bürokratiedschungel besser zurechtfinden. Auch Besuche beim Kinder- und Frauenarzt gehören zum Hilfsangebot.

Zusätzlich werden Kurse angeboten, in denen den Müttern wesentliche Elemente, zum Beispiel in der Alltagsgestaltung und der Ernährung ihrer Kinder vermittelt werden. Zur besseren Verständigung tragen dabei die Arabisch-, Türkisch- und Kurdischkenntnisse mancher Mitarbeiter bei. Für viele Mütter ist das Café oft die einzige Anlaufstelle, um ihrer Isolation zu entkommen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert