Bunte Bälle regnen auf scheidende Chefin

Von: Birgit Broecheler
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Abschiedsgeschenk: Ein Paketbote überbrachte LuFo-Chefin Brigitte Franzen am Mittwoch eine Kiste voller Bälle – zur Erinnerung. Foto: Harald Krömer

Aachen. Sechseinhalb Jahre stand sie an der Spitze des Ludwig Forums (LuFo), nun wurde Brigitte Franzen offiziell von Oberbürgermeister Marcel Philipp verabschiedet. Die 49-Jährige hatte Ende Mai auf eigenen Wunsch in eine neue Funktion gewechselt, bleibt aber ihrer bisherigen Arbeit verbunden: Sie ist neue Geschäftsführerin der Peter und Irene Ludwig Stiftung.

„Das ist kein Ende, sondern ein Übergang“, kommentierte Franzen ihren Abschied am Mittwoch auf einem Empfang im Ludwig Forum. Ihrem Nachfolger (ihrer Nachfolgerin), der (die) derzeit noch gesucht wird, will sie die fertige Planung für eine Mies-van-der-Rohe-Ausstellung in Kooperation mit dem Museum of Modern Art hinterlassen. „Diese Ausstellung liegt mir ganz besonders am Herzen“, meinte die Kunstexpertin.

„Riskante Manöver“

Ihre frühere Stellvertreterin Annette Lagler erinnerte beim Abschiedsempfang an „manche riskante Manöver“ von Franzen. „Es war eine Speedboottour mit Ihnen“, sagte sie lachend. Franzen habe es aber geschafft, das Ludwig Forum räumlich zu vergrößern und das Team zu erweitern.

Auch Oberbürgermeister Philipp hob Franzens Engagement hervor: „Sie waren eine wichtige Advokatin für die Freiheit der Kunst und den freien Zugang zur Kunst.“ Dank ihres Einsatzes habe das LuFo international einen sehr guten Ruf.

Nicht erfüllt hatte Brigitte Franzen allerdings eine Forderung der „Redesign Aachen Fraktion”, einer „Splittergruppe” des kreativen Zusammenschlusses „Designmetropole Aachen”. Die hatte bereits 2011 ein Bällebad für Kinder in der Mulde des Museums an der Jülicher Straße gefordert, „weil Kinder das Bällebad bei Ikea kennen, nicht aber das Ludwig Forum“, so die damalige Begründung.

Sogar die Fahnen des LuFo wurden entführt, um der Forderung Nachdruck zu verleihen. Bis heute jedoch vergeblich – Franzen erfüllte diesen Wunsch nicht. Bei ihrer Verabschiedung regnete es dann plötzlich bunte Bälle: Die „Redesign Aachen Fraktion“ wollte es sich nicht nehmen lassen, an ihre Forderung zu erinnern. Was den Ablauf des Abschiedsempfangs zwar überraschend änderte – aber keineswegs störte.

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