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Bunker und Clubvielfalt: SPD fordert bessere Vernetzung der Ämter

Von: mh
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Aachen. In der Debatte über den geplanten Verkauf der Musikbunker durch den Bund verschärft sich die Tonlage vernehmlich: Heftige Vorwürfe hat Bürgermeister Björn Jansen, OB-Kandidat der SPD bei der Kommunalwahl im Mai, jetzt an die Adresse der zuständigen Ämter und des OB gerichtet. Er kritisiert, „dass es innerhalb der Verwaltung massiv an kommunikativer Vernetzung zum Thema ,Clubvielfalt und freie Kulturszene‘“ fehle.

Vor allem zwischen Ordnungsamt, Liegenschaftsverwaltung und Kulturbetrieb habe es – sowohl im Hinblick auf die Schließungen diverser Musikkneipen, als auch in Bezug auf die Situation in Sachen Bunker – praktisch keinen Austausch gegeben. Und dies, obwohl die SPD bereits Anfang 2012 einen Ratsantrag zum Erhalt der gastronomischen Angebote sowie zur Förderung der freien Kunstszene eingebracht und „Maßnahmen zur Verbesserung der verwaltungsinternen Kommunikations- und Koordinierungsstrukturen“ gefordert habe.

Am Freitag hat Jansen die Kritik gemeinsam mit seiner Ratskollegin Sibylle Reuß auch in einem Brief an den OB zum Ausdruck gebracht. Von Marcel Philipp will man unter anderem wissen, wie er den Informationsfluss zwischen den Behörden zu verbessern gedenke und warum das Thema Musikbunker nicht längst im Kulturausschuss erörtert worden sei. Die „nun seitens des Rates geforderten Verhandlungen zur Übernahme der Bunker durch die Stadt“ seien zwar begrüßenswert. Das „konkrete Problem“ der grundsätzlich unzureichenden Verständigung innerhalb der Verwaltung bleibe jedoch bestehen.

Apropos Kommunikation: Dass Letztere den Fraktionen selbst nach eigenem Bekunden bereits in der Sitzung des Wohnungs- und Liegenschaftsausschusses im September Mitteilung über die Verkaufspläne in Sachen Bunker gemacht hatte, erwähnt Jansen freilich nicht. Und: Just gestern haben die beteiligten Dienststellen in der Tat erstmals gemeinsam getagt, um das „Clubsterben“ aus unterschiedlichen Perspektiven in den Blickpunkt zu rücken, berichtet Hans Poth, Leiter des Presseamts.

Dabei ging es also zunächst nicht um die Bunker, wie die AZ gestern irrtümlich berichtete: Am Tisch gesessen hätten neben den städtischen Öffentlichkeitsarbeitern Vertreter von Ordnungsamt, Fachbereich Stadtentwicklung, Bauaufsicht und Kulturbetrieb. Alle seien einig gewesen, dass entsprechende Angebote für junge Leute unbedingt aufrecht erhalten werden müssten. Allerdings gelte es ebenso, Entwicklungen Rechnung zu tragen, die zu verstärkten Konflikten führten – etwa Rauchverbot, verändertes Freizeitverhalten und häufigere Beschwerden durch Anwohner.

Gleichwohl habe Detlev Fröhlke, Chef des Ordnungsamtes, betont, dass sein Team stets den Ausgleich suche und um möglichst großzügige Regelungen bemüht sei. „Festgelegt wurde, dass es zu diesem Thema auch eine Gesprächsrunde mit der Politik geben soll und dass die Runde sich weiter treffen soll“, erklärt Poth schließlich.

Unterdessen reißen die Solidaritätsbekundungen für den Verein Musikbunker nicht ab. Auch Piraten und Jusos haben sich jetzt dezidiert für den Erhalt der Probe- und Konzertstätten ausgesprochen. Und bis gestern Abend hat der „Mubu“-Verein allein über Facebook 12.000 „Gefällt mir“-Klicks in eigener Sache registriert.

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