Bunker: Richter bestätigt Sprengverbot

Von: Oliver Schmetz
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Die Einstweilige Verfügung des Landgerichts hat Bestand: Am Bunker an der Rütscher Straße darf nicht gesprengt werden. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Wenn rund um den Bunker an der Rütscher Straße am Mittwoch etwas geknallt hat, dann können es nur Sektkorken gewesen sein – und zwar auf Seiten der Mitglieder der Bürgerinitiative. Denn gesprengt wird das massive Weltkriegsrelikt erst einmal nicht: Diesen Beschluss der 11. Zivilkammer des Landgerichts Aachen hat Richter Dr. Jens Brögelmann am Mittwochmorgen verkündet.

Die einstweilige Verfügung vom 24. November, mit der die für den folgenden Tag geplanten „Lockerungssprengungen“ auf der Baustelle vorläufig verboten worden waren, wird damit bestätigt.

„Ich bin natürlich total begeistert“, reagierte Hermann Tücks von der Initiative, die sich seit geraumer Zeit gegen den Abriss des Bunkers wehrt, euphorisch auf das Urteil. Großes Unverständnis dagegen bei der Lousberg Höfe GmbH, der das Sprengen untersagt wird: „Das kann bei uns niemand nachvollziehen“, erklärte Detlev Karsten, Geschäftsführer der Gesellschaft, die auf dem Bunkergrundstück Wohnungen und Stadthäuser errichten möchte.

Die Begründung des Urteils steht noch aus. Sie wird den Prozessgegnern in Kürze zugestellt. In der Verhandlung hatte der Richter vorige Woche deutlich gemacht, dass er vor einer „schwierigen Entscheidung“ stehe. Im Kern geht es um eine alte Stützmauer auf einem Grundstück an der Nizzaallee. Dessen Besitzer fürchten, dass die Mauer einstürzt, wenn am 60 Meter entfernten Bunker gesprengt wird. Der Bauherr hatte dagegen argumentiert, dass die Erschütterungen weit unter den Grenzwerten lägen – was den Richter aber offenbar nicht beeindruckte.

„Wir werden prüfen, ob wir in Berufung gehen“, kündigt Karsten an. Ansonsten werde normal weitergearbeitet – mit Bagger und Meißel, sagt er: „Damit verzögert sich das Ganze um Monate, und länger Bauen ist immer teurer.“ Hermann Tücks von der Bürgerinitiative empfiehlt dem Bauherrn, „nochmal über das ganze Projekt nachzudenken“. Und der Stadt rät er, ihre Sprenggenehmigung zu überprüfen. Die ist ebenfalls vorläufig auf Eis gelegt – vom Verwaltungsgericht. Wann es dort ein Urteil gibt, ist noch unklar. Aber selbst wenn die Genehmigung bestätigt wird, hilft das dem Bauherrn kaum. Schließlich gilt das Sprengverbot des Landgerichts weiter.

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