Aachen - Bundesligareif: Neuer Spielraum für eine Volleyballhalle

Bundesligareif: Neuer Spielraum für eine Volleyballhalle

Von: Thorsten Karbach
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Tristes Dasein: Der Spielplatz
Tristes Dasein: Der Spielplatz an der Richardstraße gibt kein schönes Bild ab. Das Gebäude im Hintergrund würde für eine neue Sporthalle abgerissen. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Nach Spitzensport sieht das Basketballfeld auf dem Spielplatz an der Richardstraße nicht aus. Beschmiert, beschädigt und in bemitleidenswertem Zustand präsentiert sich der Bereich.

Doch genau hier in Matsch und Unkraut wächst die Idee, Spitzensport zu etablieren. Denn die Städteregion hat sich bei der Suche einer Volleyballhalle für Alemannias Bundesligafrauen ins Spiel gebracht.

Beim Neujahrsempfang wurde die Idee publik gemacht, an der Richardstraße eine neue Sporthalle für die Berufskollegs Lothringer- und Beeckstraße (in Trägerschaft der Städteregion) zu bauen, die dann auch die Vorgaben für Bundesligavolleyball erfüllen soll. Denn in der aktuellen Spielstätte Neuköllner Straße darf nur mit Sondergenehmigung der Deutschen Volleyball-Liga gepunktet werden. Und die DVL hat der Alemannia nachdrücklich mitgeteilt, dass sie nach vier Jahren 1. Liga bald nicht mehr mitspielen werde. Vor allem weil die Halle mit 7,20 Metern zu niedrig ist. Neun Meter sind vorgeschrieben.

Überrascht hat Städteregionsrat Helmut Etschenberg mit seinen Worten durchaus. Einerseits die Verantwortlichen der Alemannia. „Diese Worte waren für uns wie ein ganz frühes Weihnachtsfest”, erklärt Abteilungsleiter Heinz Maubach. Andererseits Aachens Planungsdezernentin Gisela Nacken. „Wir haben über eine Sporthalle an der Richardstraße gesprochen und darüber, dass es Sinn macht, in eine größere Halle zu investieren. Aber speziell über die Volleyballerinnen haben wir nicht gesprochen. Es gibt in Aachen viele Sportarten, die eine solche Halle brauchen”, erklärt sie. Und so konkret, wie der Gedanke beim Neujahrsempfamg verkauft wurde, sei die Planung nicht. „Das ist noch in ganz weiten Säcken”, sagt Nacken.

Tatsache ist aber, dass man sich dem Problem der Volleyballerinnen stellen wolle und auf der anderen Seite die Berufskollegs eine neue Halle brauchen. Da könnten zwei Probleme mit einem Bau gelöst werden. Und Tatsache ist auch, dass die Stadt vom Gelände des Spielplatzes aus bis hin zur Gottfriedstraße Planungsrecht für eine große Sporthalle herstellen wird. Ein leerstehendes Gebäude würde abgerissen. Die städtische Fläche könnte dann, so Nacken, die Städteregion bebauen. Etschenberg hatte das Jahr 2014 für die Fertigstellung angegeben, sein Baudezernent Uwe Zink versieht dieses Ziel mit einem „frühestens”. „Keine Kontur ist wirklich scharf”, erklärt er. Maubach sagt: „Hoch genug ist nicht alles. Es gibt ein dickes Pflichtenheft der DVL für die Spielstätten.”

Auch über die Zuschauerkapazität muss diskutiert werden. Tatsache ist nämlich auch, dass die Neuköllner Straße aus allen Nähten platzt, wenn wie gegen Wiesbaden 1300 Fans heranströmen. Je mehr kommen, umso mehr müssen dann mit mieser Sicht leben. Da bleibt bei den Betroffenen die Begeisterung auf der Strecke. „Eine Halle mit 5000 Plätzen, in die dann aber nur 1500 kommen, wäre nicht gut für die Stimmung. Realistisch wäre eine Kapazität von 1500 bis 2000 Zuschauern”, rechnet Maubach vor. Womit das nächste Problem vor der Halle stünde. Wohin mit deren Autos? Eine Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Der Parkdruck im Suermondtviertel ist jetzt schon enorm. Zink: „Es kann hier nur mit den Bürgern gehen.”

Die Kosten werden zunächst einmal auf fünf bis sechs Millionen taxiert, dafür soll eine Halle entstehen, die in den Boden gegraben wird und von der Straße durch „viel Grün und Spielflächen” (Nacken) getrennt wird. Je tiefer für die (Volleyball-)Halle gebaggert wird, umso mehr Spielraum entsteht letztlich bei der Deckenhöhe. Denn ob die Bundesligavorgabe von neun Metern ausreicht, muss ebenso hinterfragt werden.

„Wir hoffen, dass sich das Team in den nächsten Jahren so weiterentwickelt und wir uns unter den ersten Sechs platzieren”, erklärt Maubach. Dann würde Alemannia im Europapokal spielen - und dort ist eine Hallenhöhe von 12,50 Metern vorgeschrieben. „Wir werden das Gespräch mit Stadt und Städteregion suchen, fühlen uns dafür gut aufgestellt”, sagt der Abteilungsleiter. Bundesligamanager Ralph Kranzhoff ist Architekt. Und bis dahin werden am sportlichen Erfolg gebaut.

Spielplatz im Suermondtviertel ins Auge gefasst

Als Standort für eine Sporthalle, die auch die Vorgaben der Volleyball-Bundesliga erfüllen soll wurde von Stadt und Städteregion ein Bolz- und Spielplatz samt benachbarter Bebauung an der Richardstraße zwischen Lohtringer- und Gottfriedstraße ins Auge gefasst.

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