Aachen - Bummel durchs Kloster: Großer Markt der Franziskanerinnen

Bummel durchs Kloster: Großer Markt der Franziskanerinnen

Von: Nina Krüsmann
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Viel zu stöbern hinter den Klostermauern: Unter anderem reichlich Bücher gibt es beim Weihnachtsmarkt der Franziskanerinnen an der Kleinmarschierstraße. Über regen Zuspruch für den guten Zweck freuen sich Schwester Dolores und René Tolba vom Rotary Club mit seinem Sohn Aaron. Foto: Andreas Schmitter
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Hier wird jeder mit offenen Armen empfangen: Kleine Kunstwerke zum Advent gehörten natürlich ebenso zum Angebot beim großen Klostermarkt der Franziskanerinnen wie reichlich Leckereien. Foto: Andreas Schmitter
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Hier wird jeder mit offenen Armen empfangen: Kleine Kunstwerke zum Advent gehörten natürlich ebenso zum Angebot beim großen Klostermarkt der Franziskanerinnen wie reichlich Leckereien. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. 80 Liter Suppe, hunderte Würstchen, 25 Liter Waffelteig, 30 Kilogramm Kirschen und zehn Kuchen, gebacken aus 200 Eiern, verarbeitet Schwester Roselind an diesem Tag in der Klosterküche. Der Speisesaal der Schwestern hat wie immer beim Tag der offenen Tür Hochkonjunktur.

Die Besucher wissen: Hier gibt es tolle Qualität. Und wer sich hier während des Marktbummels in der warmen Stube stärkt, tut gleichzeitig etwas Gutes. Denn sämtliche Einnahmen kommen sozialen Projekte der Ordensgemeinschaft und insbesondere der Obdachlosenarbeit in der Schervierstube zugute. Der adventliche Klostermarkt bei den Franziskanerinnen ist längst kein Geheimtipp mehr.

„Was die Besucher hier schätzen, ist, dass wir uns Zeit für ein Gespräch mit ihnen nehmen, dass es nicht so kommerziell zugeht. Alles ist persönlich gefärbt“, erzählt Schwester Dolores Haas, Generalsekretärin der Armen Schwestern vom Heiligen Franziskus in Aachen.

Sie ist auch für den Büchermarkt am Eingang zuständig, der in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedern des Rotary Clubs Aachen-Charlemagne organisiert wird. Überhaupt ist hier alles gut eingespielt. Mit ihrer Pfeife und nicht zuletzt mit ihrer ansteckenden, fröhlichen Art lockt Schwester Gudrun die Passanten an diesem Samstag durch die Pforte auf den Klostermarkt. Um die Mittagszeit ist es so voll hinter den Klostermauern an der Kleinmarschierstraße, dass das geschäftige Treiben fast schon einem Hochleistungsbetrieb ähnelt.

Da tut es gut, dass in der Kapelle eine besinnliche Meditation zum Advent angeboten wird. Schwester Dolores Haas hat Texte mit mal heiteren, mal ernsten Tönen ausgewählt. Im Innenhof gibt es derweil „Krimskrams gegen Spende“ - und auch der geht mindestens so gut weg wie die warme Suppe drinnen. Neben den Kerzenständern, Puzzles und Papst-Tellern steht eine große alte Kiste. „Die hätten wir schon oft zu einem hohen Preis verkaufen können, aber die geben wir nicht her. Es ist nämlich eine der Überseekisten aus unserer Gründerzeit, mit denen unsere Schwestern damals nach Amerika übergesetzt sind“, erzählt Schwester Dolores Haas.

Auf der oberen Etage sind die Adventskränze und handgebundenen Gestecke von Gärtner und Florist Karl Mohr der Renner. Einen Tisch weiter zeigt Schwester Anna Katharina eine breite Auswahl an Dekoartikeln. „Qualität geht hier vor Quantität und das wissen unsere vielen treuen Besucher“, betont Schwester Maria Ursula. Und das gilt auch für die hausgemachten Fruchtaufstriche und Plätzchen.

Der nächste Klostermarkt findet übrigens am 21. April kommenden Jahres anlässlich des Tages der offenen Klöster statt.

Alles begann vor 172 Jahren mit Franziska Schervier

Die katholische Ordensgemeinschaft der Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus wurde durch Franziska Schervier gegründet. Am 3. Oktober 1845 beschloss die Tochter eines Nadelfabrikanten mit vier gleichgesinnten Mädchen, ein klösterliches Leben in einem Haus am Jakobstor in Aachen zu beginnen. Zunächst betreuten sie ehemalige Prostituierte. Als in Aachen 1849 eine Cholera-Epidemie ausbrach, pflegten Franziska Schervier und ihre Mitschwestern die Kranken.

Am 2. Juli 1851 wurde die Gemeinschaft durch Kardinal Geissel aus Köln zu einer klösterlichen, vom bischöflichen Ordinariat genehmigten Gemeinschaft unter dem Namen „Armen-Schwestern vom Heiligen Franziskus“ erhoben. Am 12. August 1851 wurden Franziska Schervier und ihre inzwischen 23 Gefährtinnen in der Taufkirche Franziskas, St. Paul in Aachen, feierlich eingekleidet.

Am 6. August 1852 erwarben die Ordensschwestern das spätere Mutterhaus in der Kleinmarschierstraße. Die Hauptbetätigungsfelder der Ordensschwestern sind heute die Arbeit mit alten Menschen, die Arbeit in Krankenhäusern und in der offenen Sozialarbeit sowie die Arbeit mit Randgruppen der Gesellschaft.

Am 28. April 1974 wurde Franziska Schervier seliggesprochen. 2008 begann der Heiligsprechungsprozess. Seit 2010 ist Franziska Patronin der neu gegründeten Innenstadt-Pfarrei Franziska von Aachen.

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