Bulldog und Co. lassen Herzen höher schlagen

Von: Carolin Kruff
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Faszinierende Eindrücke und Geschichten rund um alles, was Räder hat: Im Schatten des Tivoli zogen Automobile aller Arten und Generationen die Besucher in ihren Bann. Foto: Andreas Steindl
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Feuriges Temperament: Der Lanz Bulldog von 1949 braucht ein Weilchen Starthilfe, aber dann . . . Foto: Andreas Steindl

Aachen. Stille. Eine Menschentraube steht gebannt um den schwarzen Lanz Bulldog, ein Oldtimer-Traktor, Baujahr 1949. Eine Flamme sticht aus der Lötlampe an der Front des Traktors – keine Regung. Dann ein kraftvolles Drehen am Schwungrad, endlich ein leichtes Zucken, der 10-Liter-Zylinder setzt sich in Bewegung.

Das Ungetüm spuckt eine erste Rauchwolke aus dem senkrecht stehenden Auspuff am vorderen Teil in die Luft. Und plötzlich vibriert die antike Landmaschine, selbst der wesentlich größere und jüngere New Holland Traktor unmittelbar daneben sieht nun nicht mehr so imposant aus wie vorher.

„Bei modernen Traktoren dreht man heute einfach wie beim Auto den Zündschlüssel, und alles läuft. Beim Lanz Bulldog zum Beispiel braucht man eine Viertelstunde, um dieses Fahrzeug über eine Lötlampe anzuschmeißen“, erklärt Roger Soiron, Vorsitzender des IG-Oldie Traktorenfreunde Aachen 1996. Die Stille ist mittlerweile einem rhythmischen Getucker gewichen. „Wenn man mit diesem Trecker um die Ecke kommt, braucht man nicht mehr zu klingeln“, lacht Soiron.

Der Lanz Bulldog war einer von unzähligen Fahrzeugen, die am Wochenende auf der 6. Aachener Automobil-Ausstellung zwischen Tivoli und Eissporthalle auf über 20.000 Quadratmetern die Herzen höher schlagen ließen. Veranstaltet wurde das bunte Familienfest von 100’5 Das Hitradio. „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg – die Besucher hatten trotz der vereinzelten Regenschauer Spaß, und die Aussteller sind megahappy. An jeder Ecke gab es Unterhaltung pur“, so das Fazit von Pedro Boker von 100’5. Wie es sich für eine Automobilausstellung gehört, konnten die Stände auch per Bimmelbahn erreicht werden. So auch der Oldtimer-Stand, von dem aus die 3. DMV-Oldtimer-Ausfahrt des Oldtimer-Clubs „Ecurie Aix-la Chapelle“ organisiert wurde. Hautnah waren hier alte Schätzchen vom Ford Mustang Cabrio bis zum Mercedes-Benz 230 SL Pagode W113 zu erleben.

So sehr die Oldtimer faszinierten – wenn der Lack einmal ab ist, ist Mario Müller zur Stelle. Der Diplom-Designer und Maler- und Lackierermeister restauriert alte US-Schlitten. Sein Motto: „Good Lack“. Nicht nur einen Chevrolet Special Deluxe (Baujahr 1941), ein Original Polizeiauto aus Maryland, sondern auch einen Hudson Pacemaker von 1951 hat er mit gebracht. „Den Hudson haben wir in anderthalb Monaten komplett restauriert. Das war eine echte Herausforderung. Der Wagen musste zunächst komplett zerlegt werden“, erzählt Müller. In diesem Jahr hat er seinen Stand im Stil der 1950er-Jahre aufgebaut – mit alter Tankstelle, Diner und Petticoat.

Neben nostalgischen Schönheiten gab es auch moderne Automobile zu sehen. Mehr als 32 Aussteller präsentierten von der praktischen Familienkutsche über die Nobelkarosse bis hin zum flotten Kleinwagen alles, was der Markt derzeit zu bieten hat – darunter absolute Neuheiten. Der letzte Schrei: Die Junior Classic Cars, kleine „Spaßautos“, die im Miniaturformat an ihre großen Vorbilder erinnern. Die handgefertigten Fahrzeuge aus England ohne Straßenzulassung sind eigentlich für Kinder gedacht, können jedoch eine Geschwindigkeit von bis zu 90 km/h erreichen. Daher ist zu vermuten, dass die Miniausgaben von AC Cobra 289 und Ferrari 250 California Spyder zukünftig eher als Deko in den Wohnzimmern von Oldtimer-Liebhabern statt auf Kinder-Rennstrecken im Garten zu sehen sein werden.

Etwas „großspuriger“ ging es am Stand der Sparkasse Aachen zu: Dort konnten Besucher die mobile Geschäftsstelle besichtigen – ein Bus mit Warteraum und Kundenschalter. Was bei jüngeren Kunden im Zeitalter von Online-Banking bestenfalls unter den Begriff „Retro“ fällt, ist bei älteren Sparkassen-Kunden äußerst beliebt. „Der Sparkassen-Bus kommt in der Aachener Region an fünf Tagen zum Einsatz, vor allem in ländlichen Gebieten. Dort gibt es spezielle Haltestellen, die von unserem rollenden Geldinstitut angefahren werden“, weiß Sparkassen-Mitarbeiterin Susanne Markus.

Auch für die kleinen Besucher gab es reichlich Programm: Ob beim Hünerbein-Buggy-Cup, auf der Mini-Motorradstrecke, an der Kletterwand oder auf dem Quarter Jump Trampolin – das Kinderland vor der Eissporthalle ließ keine Wünsche offen.

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