Bürgerstiftung Lebensraum: Projekt „Gute Sache“ gestartet

Von: Rauke Xenia Bornefeld
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Sind von der Kooperation von Unternehmen und sozialen Einrichtungen überzeugt: Teilnehmer und Organisatoren der Projektes „Gute Sache“. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Andreas Schneider engagiert sich gern für seine Stadt. Was angesichts der zahlreichen Sponsoringanfragen nicht von Nachteil ist. Als Axel Jansen von der Bleiberger Fabrik im vergangenen Jahr auf den Geschäftsführer von NetAachen zukam, war dieser schnell hellwach. „Das war eine andere Herangehensweise“, erinnerte sich Schneider. „Ziel war eine andere Ebene der Zusammenarbeit.“

Die Bleiberger Fabrik hatte sich für das Qualifizierungsprogramm „Gute Sache“ der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen beworben, in dem gemeinnützige Organisationen befähigt werden, nicht mehr als Bittsteller, sondern auf Augenhöhe an Unternehmen heranzutreten.

Die Frage ist nämlich: Wie können gemeinnützige Organisationen und Unternehmen voneinander profitieren? Ist es immer nur das relativ schnöde Sponsoring, das zum einen die Initiativen in eine bessere finanzielle Lage versetzt, zum anderen Unternehmen die Chance gibt, sich sozial oder kulturell engagiert zu präsentieren? „Gute Sache“ geht davon aus, dass beide gesellschaftlichen Spieler ganz anders voneinander profitieren können.

Im vergangenen Jahr wurde das Projekt in der Region das erste Mal mit acht Initiativen und Vereinen gestartet. Am Dienstagabend freuten sich unter der Moderation von Robert Esser, Redakteur unseres Hauses, Christoph Schmallenberg, Vorstandsvorsitzender der AachenMünchener, sowie Hans-Joachim Geupel, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die zweite Runde einläuten zu können.

Die Versicherung und die Bürgerstiftung haben sich schon längere Zeit in einer so genannten Exzellenzpartnerschaft zusammen getan, um „Vernetzung zu fördern und multiplikativ zu wirken“, wie Schmallenberg berichtete. Gemeinsam setzen sie das bundesweite, zudem vom NRW-Familienministerium geförderte Programm in der Aachener Region um.

Zur zweiten Runde waren zehn Initiativen und Vereine in den prägnanten Firmensitz der AachenMünchener gekommen – von ganz klein und ehrenamtlich getragen bis bundesweit agierend mit entsprechend professionellen Strukturen. Acht können am Ende wieder mitmachen und im besten Falle so aktiv und kreativ werden, wie das die Kooperationen im vergangenen Jahr waren.

Rechtsverbindlicher Vertrag

Zwei Beispiele: NetAachen ist gerade dabei, die Bleiberger Fabrik technisch ins digitale Kommunikationszeitalter zu holen. „Synaix“ – die Aachener „Gesellschaft für angewandte Informationstechnologie“ – bestieg auch noch das Kooperationsboot und wird sich um die inhaltliche Umsetzung kümmern. Im Gegenzug bietet „die Bleiberger“ ihren Kooperationspartnern kreative Teambuildings an.

„Wir mussten uns fragen, was wir können und was wir nicht können“, beschrieb Jansen beim Auftakt von „Gute Sache“ 2017 den Weg zu dieser konkreten Zusammenarbeit. Um das Ganze auf nachhaltige Füße zu stellen, sind die drei Partner sogar einen rechtsverbindlichen Vertrag eingegangen.

Der Qualifizierungsträger „low-tec“ ist zusammen mit der Kreativagentur „chrit“ einen anderen Weg gegangen. „Felicitas Weller von der low-tec hat uns gleich so begeistert, dass wir nicht gefragt haben, was wir zurückbekommen. Es hat einfach unheimlich viel Spaß gemacht“, berichtete Jörg Müller von „chrit“.

Herausgekommen ist die App „finder“, mit der Arbeitgeber schnell und unkompliziert, eben zeitgemäß Teilnehmer der low-tec finden und damit akutem Arbeitskräftemangel begegnen können. „Und für unsere Teilnehmer werden ebenso Hürden beim Zugang zum Arbeitsmarkt abgebaut“, meinte Weller. Dass „chrit“ am Ende mit der App auch Geld verdienen könnte, sei da eher zweitrangig, fand Müller.

Seminare und Workshops

Wie man Unternehmen von einer Kooperation überzeugen kann, ist wesentlicher Bestandteil des drei Seminare und zwei Workshops umfassenden Programms. Das braucht einen gewissen Einsatz: „Man muss sich Zeit dafür nehmen und es muss von der ganzen Organisation getragen werden“, gab Projektleiterin Brigitte Erm den Initiativen und Vereinen mit auf den Weg. Aus den bis 6. April eingegangenen Anmeldungen sucht sie acht „möglichst ganz unterschiedliche“ Bewerber aus. Sechs bis neun Monate lang läuft dann „Gute Sache“ 2017.

„Gute Sache“ startet Ende April mit dem ersten Seminar. Bis 6. April können sich interessierte gemeinnützige Organisationen dafür per Email an info@ermdesign.de anmelden. Das Anmeldeformular ist unter dem Projekt „Gute Sache“ auf der Internetseite www.buergerstiftung-aachen.de zu finden.

Jede Initiative kann mit zwei Teilnehmern bei „Gute Sache“ dabei sein. Pro Teilnehmer kostet das sechs bis neunmonatige Qualifizierungsprogramm 100 Euro. Den Rest der Kosten trägt das NRW-Familienministerium sowie der Generali-Zukunftsfonds.

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