Bürgerservice hilft beim Entrümpeln

Von: Robert Baumann
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Packen tatkräftig an und helf
Packen tatkräftig an und helfen kostenlos beim Entsorgen von Sperrgut: (v.l.) Siggi Weinberg, Olaf Metzner, Thomas Weber, Kamran Haniki und Jörg Windmüller von Picco Bellas Mobilem Bürgerservice. Foto: Michael Jaspers

Aachen. Raus mit dem alten Zeug! Egal ob das löchrige Sofa, der zehn Jahre alte Schrank, bei dem die Türen schon lange nicht mehr vernünftig schließen, oder der kaputte Lattenrost des Doppelbetts, der einem nachts im Rücken bohrt. Wer sich von seinen Möbeln trennen will, bestellt den Sperrmüll. Doch wie bekomme ich alleine meine schweren Möbel von der Wohnung auf die Straße?

Das Dienstleistungs- und Qualifizierungsunternehmen „Picco Bella” hat eine Lösung. Wer Hilfe beim Entsorgen seines Sperrguts braucht, kann ab sofort auf tatkräftige Unterstützer zurückgreifen. „Oft fehlt beim Spermüll die helfende Hand. Der Partner hat Probleme mit dem Rücken oder man ist schon älter und nicht mehr körperlich in der Lage, schwer zu tragen. Dem wollen wir Rechnung tragen”, erklärt Christiane Feldmann, Geschäftsführerin von Picco Bella.

Und zwar mit dem im Januar gestarteten gemeinnützigen Bürgerarbeitsprojekt „Mobiler kostenfreier Bürgerservice”: Langzeitarbeitslose, die durch das Jobcenter an das Unternehmen vermittelt werden, helfen den Bürgern kostenfrei, das Sperrgut von der Haustür bis zum Straßenrand zu tragen.

Bei der Bürgerarbeit handelt es sich um ein Modellprojekt zur Integration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt, das 2010 von der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen ins Leben gerufen wurde. „Es wird zunächst versucht, den Arbeitslosen in einer sechsmonatigen Aktivierungsphase einen Job zu vermitteln”, erläutert Brigitta Brinker, Geschäftsstellenleiterin des Jobcenters in der Stadt Aachen. Erst wenn das nicht funktioniert, erhalten sie einen Bürgerarbeitsplatz, der auf maximal drei Jahre begrenzt ist. Aktuell sind 1500 Menschen in der Städteregion in der Aktivierungsphase, 247 Bürgerplätze gibt es. „Davon sind 166 Plätze besetzt - eine Auslastung von 67,2 Prozent”, rechnet Brinker vor. Zudem seien 30 Prozent der Bürgerarbeiter auf staatliche Hilfe angewiesen.

Für die Abholung des Sperrmülls ist der Bürgerservice nicht zuständig. Gut erhaltene Möbel und sonstige Gegenstände werden aber, wenn von den Bürgern gewünscht, an Sozialkaufhäuser in Aachen gespendet. „Die Kaufhäuser suchen vor allem helle und kleine Möbel, weil auch die Haushalte immer kleiner werden”, erklärt Olaf Metzner vom Bürgerservice, der seit 2009 ohne Beschäftigung war. „Aber auch Küchenzeilen, Geschirr und Kinderartikel wie Bobby Cars sind begehrt.”

Derzeit arbeiten sieben Personen 30 Stunden pro Woche beim Mobilen Bürgerservice. Der Stundenlohn beträgt 7,50 Euro. Bezuschusst wird das Projekt durch die Städteregion. „So waren wir überhaupt erst in der Lage, Bürgerarbeit umzusetzen. Ökonomisch sinnvoll ist es aber nicht, und wir würden uns über die Übernahme von Anleitungskosten oder eine Kostenpauschale für die Berufskleidung freuen”, betont Feldmann. Dennoch sieht die Geschäftsführerin das Projekt insgesamt sehr positiv: „Die Menschen qualifizieren sich bei uns weiter. Und das ist ein Pluspunkt bei der späteren Vermittlung in weitere Jobs.”

Zu erreichen ist der Mobile Bürgerservice montags bis freitags von 8-17 Uhr unter Tel. 0241/109 15.
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