Aachen - Bürgerinitiative will Kaiserplatzgalerie nicht mehr

Bürgerinitiative will Kaiserplatzgalerie nicht mehr

Von: Christoph Classen
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Sie glaubten den Königsweg zur Kanalisierung der Kritik an der Kaiserplatz-Galerie gefunden zu haben. Vielleicht war er es ja sogar.

Wie es zu diesem Schritt kam, erklärt Sprecher Horst Schnitzler. Anfangs, da seien sie ja guter Hoffnung gewesen, dass „ihre sachlich unterbreiteten Verbesserungsvorschläge Gehör finden”. Das hätten sie auch. „Aber nichts, wirklich gar nichts davon ist passiert”, sagt Schnitzler, nicht einer der artikulierten Änderungswünsche sei respektiert worden.

Die sind nach wie vor die gleichen. Die Bürgerinitiative, die nach eigenen Angaben von rund 100 Unterstützern getragen wird, kritisiert, das die Kaiserplatzgalerie nach ihrer Realisierung einen „ruinösen Verdrängungswettbewerb” zwischen den Innenstadt-Einzelhändlern initiieren werde. Zudem wird wegen des geplanten Parkhauses an zentraler Stelle ein „Luft- und Verkehrsinfarkt” befürchtet.

Dass der Einkaufspalast mit seinen rund 30000 Quadratmetern Verkaufsfläche nun schon seit geraumer Zeit auf sich warten lässt, stimmt die Mitglieder der Bürgerinitiative keineswegs milde, im Gegenteil. Schließlich seien Wohnhäuser bereits vor drei Jahren abgerissen, „ganze Straßenzüge entmietet” worden. „Und wofür?”, fragt Schnitzler.

Christoph Allemand, ebenfalls Sprecher der Initiative, sagt, dass sich die Probleme immer mehr zuspitzen würden, je länger am Kaiserplatz der derzeitige Status Quo andauere. Hatte er vor einem Jahr noch neun Leerstände in der unteren Adalbertstraße registriert, sei ihre Zahl mittlerweile auf 24 angewachsen. Allemand: „Es ist eine gewagte These, aber ich behaupte, die Kaiserplatzgalerie hat jetzt schon mehr Schaden angerichtet, als sie jemals Nutzen bringen wird.”

Deswegen appelliert die Initiative an Stadtrat und Dennoch hat die Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie - aber anders!” den einst eingeschlagenen Pfad nun verlassen. Die inhaltliche Neuausrichtung macht eine Namensänderung unmissverständlich. „Kaiserplatzgalerie? - Nein danke!” heißt die Initiative ab sofort.

Oberbürgermeister, das Projekt zu stoppen und sich einen „Plan B” zu überlegen. In einem ersten Schritt sei es wichtig, dass „der Investor der Stadt die Grundstücke für einen günstigen Preis zur Verfügung stellt”, sagt Allemand. „Eine neue Beplanung ist eine neue Chance für alle”, meint Schnitzler.

Auch für Hilde Mayer-Hohmann. Als Anwohnerin ist sie von der Kaiserplatzgalerie direkt betroffen. Mayer-Hohmann sagt: „Wir leben hier in einer Baustelle, die eigentlich keine ist, und müssen uns das Elend jeden Tag angucken.”

Einladung zu einer Podiumsdiskussion

Die Bürgerinitiative „Kaiserplatzgalerie? - Nein danke!” lädt am Donnerstag, 14. Januar, 19.30 Uhr, zu einer Podiumsdiskussion zum Thema „Wem gehört die Stadt?” ins Haus Löwenstein, Markt 39.
ArtikelDie Mitglieder der Initiative treffen sich regelmäßig, Interessierte sind willkommen.
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