Bürgerinitiative macht mobil: Anwohner zählen Fahrzeuge

Von: Eva Onkels
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Pochen auf die Einhaltung des Tempolimits in ihrer Straße: die Mitglieder der Bürgerinitiative "Zu viel Verkehr in unserem Viertel" in der Maria-theresia-Allee. Foto: Andreas Schmitter

Aachen. Eine konsequente Durchsetzung der Tempo-30-Zone, das wünschen sich die meisten Menschen an der Maria-Theresia-Allee, der Schillerstraße und der Habsburgerallee derzeit. Von 2009 bis 2011 wurde am Krugenofen gebaut und dieser Bereich des Südviertels als Ausweichroute für den motorisierten Verkehr genutzt.

Nachdem seit 2013 erneut Baumaßnahmen am Krugenofen erfolgen – die im Oktober diesen Jahres abgeschlossen sein sollen –, liegen die Nerven bei den Unterstützern der Bürgerinitiative „Zu viel Verkehr in unserem Viertel“ blank.

Im Gegensatz zu Zählungen der Stadt, betonen Martin Christfreund und Fabian Roemer, Ansprechpartner der Initiative, habe man selbst bei eigenen Zählungen rund 7000 Autos am Tag gezählt, die das Viertel zum größten Teil als Durchgangsroute nutzen. Die Stadt habe deutlich niedrigere Zahlen ermittelt.

Das größte Problem daran sei wiederum die Geschwindigkeit der Fahrzeuge. Kaum einer halte sich an das Tempolimit von 30 Stundenkilometern, viele wüssten wohl auch gar nicht, dass sie sich in einer Tempo-30-Zone befinden. Diesen Schluss zieht man aus der Installation einer Tafel, die das Tempo herannahender Fahrzeuge misst und diese dann als Zahl gut sichtbar anzeigt.

Einen Effekt hat diese Tafel bereits gehabt: Autofahrer, die in Richtung der Anzeige fahren, bremsen deutlich häufiger ab als solche, die sich von der anderen Seite nähern und daher die Anzeige nicht sehen können. Messen kann das Instrument in beide Richtungen.

„Für uns ist das Einhalten des Tempolimits am wichtigsten“, sagt Fabian Roemer. Dazu würde er sich von Seiten der Stadt wünschen, dass endlich die schon 2007 von der Bezirksregierung empfohlenen Umbaumaßnahmen im Viertel erfolgen, beispielsweise durch die Installation von Verkehrsinseln oder das Umbauen von unübersichtlichen Kreuzungen.

Weiter wünscht sich die Initiative mehr Möglichkeiten für Fußgänger, die Straße sicher überqueren zu können, sei es mittels Zebrastreifen oder Fußgängerüberwegen.

Gebeutelt fühlen sich die Anwohner aber nicht nur durch die Geschwindigkeit, sondern auch durch die Zahl der durchfahrenden Autos und insbesondere der Lkw. „Wir haben das Gefühl“, so drückt sich Christfreund aus, „dass man hier eine geheime Hauptverkehrsstraße etablieren möchte.“ Das würde dem Viertel und den dort lebenden Menschen sehr schaden und die Lebensqualität enorm mindern. Sogar von sinkenden Grundstückswerten ist die Rede.

Die Anwohner fordern weniger Lkw, die Schaffung einer Parkzone und vor allem weniger Autos durch die Umleitung. Auf die Frage, welche Alternative die Initiative für den Umleitungsverkehr sieht, antwortet Christfreund erregt: „Das ist nicht unsere Aufgabe.“ Hier sei eine Reaktion und ein neuer Plan durch die Verwaltung nötig, nicht durch die Bürgerinitiative.

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